Ein Job, der richtig Spaß macht

12.06.2019

Interview mit dem Bürgervorsteher Dr. Markus Müller

Im Interview mit der Norddeutschen Rundschau verrät der Itzehoer Bürgervorsteher Dr. Markus Müller, was ihm an seiner Aufgabe Spaß macht und was er in einem Jahr erlebt hat:

Itzehoe | Seit einem Jahr ist Markus Müller Itzehoes Bürgervorsteher. Im Interview mit Redakteur Delf Gravert blickt der 47-jährige CDU-Politiker auf die ersten zwölf Monate seiner Amtszeit zurück. Für die kommenden Jahre kündigt er an, sich als Stadtoberhaupt verstärkt für die politische Bildung der Jugend und für eine Verbesserung des zwischenmenschlichen Umgangs in der Kommunalpolitik der Stadt einsetzen zu wollen. Im Hauptberuf unterrichtet der promovierte Lehrer Latein und Geschichte an der Kaiser-Karl-Schule.

Herr Bürgervorsteher, Sie sind seit einem Jahr im Amt. Haben Sie diesen Schritt schon einmal bereut?

Markus Müller: Nein, ich habe es nicht bereut. Ich wusste, dass gerade im ersten Jahr eine ganze Menge Herausforderungen kommen würden. Wenn man neu im Amt ist, gibt es ja erstmal eine ganze Menge Dinge zu lernen. Ich habe aber im Rathaus ein tolles Team, das mich unterstützt und sich auch bemüht, eine vielleicht ungewöhnliche Idee umzusetzen. Auch die Zusammenarbeit mit meinen Stellvertretern Dieter Krämer und Karl-Heinz Zander funktioniert hervorragend. Und in der Bevölkerung werde ich überall überwiegend sehr freundlich aufgenommen, wofür ich sehr dankbar bin. All dies macht einem den Job wirklich leicht und deshalb macht es auch richtig Spaß.

Was hat Sie im ersten Jahr besonders beeindruckt?

Da gibt es einige Dinge. Da war in Kiel die Verleihung der Verdienstmedaille an Michael Kappus, die ich begleiten durfte. Ein weiterer Höhepunkt war gerade vergangene Woche das „Parlamentarische Frühstück“ in Berlin, mit dem die Landesregierung für Itzehoe als Standort für die Forschungsfertigung für Batteriezellen geworben hat. Das war einer der wenigen Termine, bei denen ich dann auch in der Schule sage, da muss ich freigestellt werden, da muss ich Itzehoe vertreten. Aber total spannend finde ich auch die Besuche bei Jubiläen. Wenn man zu einer Diamantenen Hochzeit oder einem 95. Geburtstag geht, ist es immer sehr interessant, was man über die Leute und die Stadt insgesamt erfährt.

Das meiste Ihrer Amtszeit liegt noch vor Ihnen. Was sind Ihre Ziele?

Ich würde gern erreichen, dass wir am Ende der Legislaturperiode in der Ratsversammlung wieder pfleglicher miteinander umgehen, als wir es derzeit manchmal tun. Das ist mir wirklich ein Anliegen. Da gab es im vergangenen Jahr, unter anderem rund um den Bürgerentscheid, ein paar Ereignisse, mit denen ich wirklich nicht glücklich war – nicht inhaltlich, sondern vom Ton her. Ich habe deshalb auch beschlossen, dass wir die Geschäftsordnung überarbeiten, um auszumachen, wie wir künftig miteinander umgehen und Sitzungen gestalten.

Ein weiteres Anliegen ist es Ihnen, die Itzehoer Jugend an die Kommunalpolitik heranzuführen. Auf Ihre Initiative hat die Ratsversammlung kürzlich beschlossen, mehr für die politische Bildung zu tun.

Ich finde es total wichtig, wenn Stadtpolitik sich erklärt – auch und gerade gegenüber Jugendlichen. Wir erwarten ja von jungen Leuten, dass sie sich politisch engagieren und das tun sie in letzter Zeit auch wieder mehr. Das verdient Unterstützung und deshalb gehe ich seit Beginn meiner Amtszeit bei Anfragen immer gern in Schulklassen und stehe Rede und Antwort. Ich habe dies schon mehrfach gemacht – übrigens nicht nur an meiner eigenen Schule – und das möchte ich auf jeden Fall fortsetzen.

Mein Eindruck ist, dass Sie sich als Bürgervorsteher mehr als in den vergangenen Jahren ihr Vorgänger Heinz Köhnke in den politischen „Nahkampf“ begeben haben – Stichwort Bürgerentscheid oder Nordumgehung. Behindert das nicht eher dabei, ein Stadtoberhaupt für alle Itzehoer zu sein?

Nein, das würde ich nicht sagen. Man muss sich in gewissen Situationen dessen natürlich bewusst sein. Ich kann nicht den Ton anschlagen, den ein Fraktionsvorsitzender anschlägt. Gleichwohl bin ich Ortsvorsitzender meiner Partei und habe als solcher eine politische Meinung und gestalte Politik inhaltlich mit. Ich denke, wenn man das Gleichgewicht wahrt und klar ist, in welcher Funktion man wie agiert, ist das in Ordnung. So hat es mein Vorgänger übrigens auch gehalten in der Zeit als er Bürgervorsteher und Ortsvorsitzender der CDU war.
– Quelle: https://www.shz.de/24211462 ©2019 – Quelle: https://www.shz.de/24211462 ©2019