Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU Steinburg
  Kreisverband Steinburg  
Aktuell
Termine
Pressearchiv
Kreisvorstand
Ortsverbände
Kreistag
Landtag
Bundestag
Vereinigungen
Surf-Pool
Kreisgeschäftsstelle
Impressum
Kontakt
Mitmachen in der CDU

Pressemitteilung
Viele wissen gar nicht um ihre Schätze
Pressemitteilung drucken
17.03.14
 
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, vm) Hunderte Besitzer von einfachen Kulturdenkmalen allein im Kreis Steinburg müssen sich auf vielleicht gravierende Veränderungen einstellen. Das wurde bei einer Informationsveranstaltung des CDU-Kreisverbandes in Borsfleth zum Thema Denkmalschutz deutlich.

Vor vollem Haus arbeitete als Referent des Abend Alexander von Rosenberg einen langen Fragenkatalog rund um die von der Landesregierung geplanten Gesetzesänderungen ab. Ein entscheidender Punkt: Kulturdenkmale sollen per Gesetz unter Schutz gestellt werden. Wer damit nicht einverstanden sei, müsse eine Feststellungsklage vor dem Verwaltungsgericht einreichen. Bislang gab es ein Anhörungsverfahren mit Widerspruchsmöglichkeit. Rosenberg: „Künftig trägt der Hauseigentümer die Beweislast.“ Der Rechtsanwalt – und Besitzer des in großen Teilen ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Gutes Mehlbek – bedauert dies. Damit würde nämlich die bislang gut funktionierende und bisher auch gebührenfreie Beratungsebene weitgehend wegfallen.

Neu gefasst werde auch der Denkmalbegriff. Künftig gehörten auch bewegliche Dinge dazu. In der Praxis könnten so auch Wagenräder, Mühlsteine, ja sogar komplette Inneneinrichtungen unter Schutz gestellt werden. Selbst komplette Privatsammlungen oder auch Einzelstücke könnten betroffen sein: „Viele wissen vielleicht gar nicht, was sie für Schätze zu hause haben.“

Für spannend hält der Sprecher auch die Definition der Schutzzonen rund um ein Kulturdenkmal. Von Rosenberg: „Nach dem Gesetzentwurf können die alles verbieten, was in Sichtweite eines Denkmals ist.“ Vor allem in der weitläufigen Marsch könnte das interessant werden. Zum Teil dürften hier in mehreren Kilometern Entfernung zu Kulturdenkmälern keine störenden Baumaßnahmen mehr erfolgen. Ausnahmen sind offenbar Vorhaben rund um erneuerbare Energien. Hier sieht das Denkmalschutzgesetz eine intensive Interessenabwägung vor – was immer sich im Einzelfall dahinter verbirgt.

Für von Rosenberg bringt die Gesetzesnovelle unterm Strich „ein tiefes Misstrauen gegenüber Besitzern von Kulturdenkmalen zum Ausdruck“. Dabei, so pflichtet Hans-Henning Kujath bei, würden doch unzählige Gebäude überall im Land von ihren „Eignern mit viel Liebe und Hingabe gepflegt und erhalten“. Der Verbandsdirektor von Haus und Grund Kiel fordert dringend, alle Hauseigentümer zu beteiligen und mitzunehmen.

Eigentlich gar keinen Handlungsbedarf sieht auch Steinburgs Ex-Landrat Dr. Burghard Rocke, der jetzt als Anwalt betroffene Hauseigentümer vertritt. „Wir alle wollen Denkmalschutz, aber nicht im Übermaß“, betont er. Sein Vorschlag: Wenn in einer Straße zehn sich ähnelnde Bauernhöfe stehen, sollten sich die Denkmalschützer zu den schönsten davon aussuchen. Landesweit, so Rocke weiter, gehe es jetzt um 16 000 einfache Kulturdenkmale – davon fast 500 in Steinburg. Sein Credo: „Da sollte man Maß halten.“ Bei einer generellen unter Schutzstellung befürchtet Rocke: „Wenn man anständige Denkmalschützer hat, sind die so verliebt in ihre Arbeit, dass die auch schnell noch einen Anbau von 1915 unter Schutz stellen.“

Neben dem Verband der Haus- und Grundeigentümer läuft auch der Bauernverband Sturm gegen das neue Denkmalschutzgesetz. Kreisbauernvorsitzender Peter Lüschow: „Hier wird der gesunde Menschenverstand zugunsten eine Ideologie zurückgedrängt.“ Er fordert: „Wir müssen jetzt aktiv werden, sonst haben wir bald in unseren eigenen Häusern nichts mehr zu melden.“ CDU-Kreisvorsitzender Heiner Rickers stimmte hier ein: „Wer Eigentum hat, muss jetzt seine Stimme erheben.“ So wie ein Hausbesitzer aus Süderau. Der Grundeigentümer berichtete, dass er ein tolles Haus habe. Allerdings auch einen Ölverbrauch von 12 000 Litern im Jahr. Große Umbauten verbiete der Denkmalschutz ebenso wie den Bau einer angrenzenden Betriebsleiterwohnung. „Wer da nicht im Lotto gewonnen hat oder Fielmann heißt, hat’s schwer.“

Apropos Kosten: Da kommt nach Einschätzung von von Rosenberg einiges auf Eigentümer von Kulturdenkmalen zu. Zwar seien denkmalrechtliche Genehmigungen weiterhin gebührenfrei. Zu Buche schlagen könnten aber geforderte Dokumentationen, Gutachten, fachgerechte Instandsetzungen und einiges mehr. Dass sich im Zweifel dann auch Banken etwas sperriger zeigen, machte Reimer Detjens, bei der Volksbank Elmshorn für die Bereiche Landwirtschaft und Kommunen zuständig, deutlich: „Das Problem beim Denkmalschutz ist die Bewertung der Objekte. Da sitzen wir als Bank fürchterlich zwischen den Stühlen.“ Letztlich müssten die Geldinstitute ja auch strenge Auflagen erfüllen. „Bei noch bewirtschafteten Betrieben ist das nicht ganz so schwierig. Da stehen als Sicherheit ja noch Ländereien dahinter.“
nr (sh:z)

Mark Helfrich MdB
Mark Helfrich MdB
Hans-Jörn Arp MdL
Hans-Jörn Arp MdL
Heiner Rickers MdL
Heiner Rickers MdL
CDU Schleswig-Holstein
CDU Schleswig-Holstein
 A20 sofort!
A20 sofort!
Linie
  © www.hoher-norden.de