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Den Atomausstieg im Blick
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06.04.11
 
Angeregte Diskussion beim CDU-Stammtisch: Ralph Busch, Heinz Köhnke und Heiner Rickers (v.l.).
Angeregte Diskussion beim CDU-Stammtisch: Ralph Busch, Heinz Köhnke und Heiner Rickers (v.l.).
Die Katastrophe von Fukushima sorgt für einen Kurswechsel in der Energiepolitik - bei einem CDU-Stammtisch in Itzehoe diskutierte der Landtagsabgeordnete Heiner Rickers über Möglichkeiten für den Atomausstieg.


"Nach Fukushima ist alles anders, der GAU an einem Hochtechnologie-Standort zeigt die Grenzen der Kernenergie auf. Das führt auch in der CDU-Fraktion zu einem Umdenken", sagte Rickers. Das Stimmungsbild in der Landtagsfraktion gehe eindeutig in die Richtung, die derzeit still stehenden alten Reaktoren in Krümmel und Brunsbüttel nicht wieder anzufahren und die Laufzeiten auf das modernere AKW in Brokdorf zu übertragen. Bei aller Betroffenheit müsse es aber zu einer Versachlichung der Diskussion kommen, betonte Rickers und gab als Einstieg einen umfassenden Überblick über die Energieerzeugung Schleswig-Holsteins. Von 30 Terrawattstunden, die im vergangenen Jahr im Land produziert wurden, stammten immerhin zwölf aus dem Brokdorfer Kernkraftwerk, sechs Terrawattstunden wurden von rund 2700 Windrädern geliefert. Biogas und Solarstrom verzeichnen zwar starke Zuwächse, fallen gegen Kernkraft und Wind aber kaum ins Gewicht. Und dabei, so Rickers, dürfte es bei der geringen Effizienz dieser Techniken auf absehbare Zeit auch bleiben. "Selbst wenn man auf einer Fläche, die dem gesamten Kreis Steinburg entspricht, Energiepflanzen anbauen würde, könnte man damit nur einen winzigen Bruchteil des landesweiten Energiebedarfs erzeugen", gab der Agrarexperte ein Beispiel für die Grenzen des Biogas-Wachstums.

"Riesiges Potential, aber auch große Herausforderungen" attestierte Rickers dagegen der Windkraft. Die geplanten Offshore-Windparks mit bis zu 1600 leistungsfähigen Anlagen könnten nach seiner Einschätzung die Kernkraft mittelfristig ersetzen - wenn denn Probleme wie die fehlende Grundlastfähigkeit und mangelnde Leitungskapazitäten im Höchstspannungsbereich gelöst würden. "Das Ziel ist zu erreichen, aber es werden dafür gewaltige Anstrengungen und milliardenschwere Investitionen nötig sein", sagte Rickers: "Schleswig-Holstein verdankt einen guten Teil seines Lebensstandards der Tatsache, dass es 50 Prozent seiner Energieproduktion exportiert. Wie die Zukunft aussehen soll, was wir bereits sind, für Sicherheit in kauf zu nehmen, muss jetzt auf breiter Basis diskutiert werden."

Dem schloss sich der Kreistagsabgeordnete Hans-Joachim Gründel an: "Wir müssen das Thema ideologiefrei anpacken, es muss ein parteiübergreifender Konsens entstehen." Einen nicht nur parteiübergreifenden, sondern möglichst auch europaweiten Konsens, sah der Itzehoer CDU-Vorsitzende Heinz Köhnke gefordert: Mit einer Abschaltung deutscher AKWs sei schließlich wenig erreicht, wenn anschließend billiger Atomstrom aus dem Ausland importiert werde. Dem stellte der Kreistagsabgeordnete Mark Helfrich - im Fall einer übergreifenden Einigung - aber auch große Chancen für das in Sachen regenerative Energien führende Schleswig-Holstein gegenüber: "Wenn wir hier vorzeigbare, wirtschaftliche Lösungen vorleben, hat Norddeutschland ein immenses Potential auf dem Energiemarkt der Zukunft."

Mark Helfrich MdB
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Hans-Jörn Arp MdL
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Heiner Rickers MdL
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CDU Schleswig-Holstein
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