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Vision 2030: Mit Energie in eine rosige Zukunft
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25.11.10
 
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, nr) Ex-Wirtschaftsminister Dietrich Austermann wagte auf der Steinburger Zukunftskonferenz einen Blick in eine Zeit mit besten Aussichten für alle Menschen in der Region.


In nicht einmal 20 Jahren könnten sich der Kreis Steinburg und der Wirtschaftsraum Brunsbüttel in einen Wachstumsmotor für den ganzen Norden verwandelt haben – wenn all das eintritt, was geplant oder möglich ist. Ex-Wirtschaftsminister Dietrich Austermann wagte auf der 2. Steinburger Zukunftskonferenz einen Blick in eine rosige Zukunft. Hier seine visionären Ausführungen im Wortlaut:

Wir haben mehr Energie! Das lässt sich belegen und da kann man ansetzen. Über 800 Energie-Einspeiseanlagen im Kreis Steinburg erzeugen aus erneuerbaren Energien, also aus Fotovoltaik, Deponiegas, Biomasse und Windenergie über 300 000 Megawattstunden im Jahr. Hinzu kommen 12 500 Megawattstunden aus Kraftwärmekopplung. In Dithmarschen, dem Vorreiter der grünen Energie, sind es wegen des stärkeren Windes als Standortvorteil sogar 1,7 MillionenMegawattstunden bei 680 MW Leistung. Zwölf Millionen MWh kommen aus Brokdorf und, wenn es am Netz ist, aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel, 6,2 Millionen MWh. Zusammen macht das etwa 20 Millionen Megawattstunden.

Die 2600 Windenergieanlagen im Land leisten die Hälfte des Weltmeisters und "Symbols" Brokdorf, aber natürlich nur bei Wind. Der Verbrauch in Schleswig-Holstein beträgt 14 TWh bei einer Erzeugung von 35 TWh. Also, aus der Region Steinburg wird mehr Strom geliefert als das ganze Land verbraucht - schon heute.

Und dennoch fängt die Vision bei der Entwicklungsperspektive in Sachen Energie an: Brunsbüttel steht schon heute für einen vielfältigen Energiemix aus Kernenergie, Kohle, Biomasse, Biodiesel und Wind, die Region steht zusätzlich für Ersatzbrennstoffe in Glückstadt und Lägerdorf, Kohlekraftwerk, Biogas und Fotovoltaik und Ölförderung aus dem größten deutschen Ölfeld mit 50 Prozent der nationalen Ölreserven (noch 25 Mio. Tonnen). Dank des Energieeinspeisegesetzes geht die Entwicklung dynamisch weiter. Die Fläche für Windanlagen soll verdoppelt, viele kleine Anlagen sollen durch weniger große ersetzt, also repowered werden. Die Windenergie ist eine Kernkompetenz der Region und ein zukunftsfähiges cluster mit hohem Potential.

Vom Stromspeicher bis zum Hersteller kleiner Batterien

Die Vision zeigt, dass noch mehr Energie möglich ist: ein neuer Windpark mit einem Pumpspeicherwerk in Lägerdorf, ein Stromspeicher in Hemmingstedt, die Erzeugung von Wasserstoff zum Antrieb von Brennstoffzellen aus überschüssiger Windenergie, ein umweltfreundliches Kohlekraftwerk (CCS), das Grundlast liefert, ein Offshore-Hafen in Brunsbüttel für große Anlagen und Parks vor unserer Küste und ein Servicehafen in Büsum. Der Schwerpunkt der Entwicklung liegt bei den Erneuerbaren, der Leistung bei denen, die die Grundlast sichern.

In Itzehoe werden energiesparende Leistungselektronik, neuartige umweltfreundliche kleine Batterien und Batteriespeicher, Lithium-Akkumulatoren entwickelt und hoffentlich auch produziert. Das Problem der volatilen Erneuerbaren kann auf mehreren Wegen gelöst werden.

In Itzehoe werden schwere Flüssiggas/Dieselmotoren entwickelt. Das Land braucht ein Institut für angewandte Eisenbahntechnologie, und wir leisten dazu Aufbauarbeit. Eine Produktionsstätte für Wälzlager von großen Generatoren und eine für neue große maschinell gefertigte Rotorblätter aus Kohlefaser, eine neue Produktionsstätte für 150 Meter hohe Gittermast-Windmühlen aus Krempe und für solche aus Itzehoe könnten Wirklichkeit werden.

Das alles ist möglich, wenn wir mitmachen, wenn nicht mehr das inzwischen übliche Dagegensein bei vielen im Vordergrund steht sondern die gesamtstaatliche Verantwortung. Die Region Steinburg + gibt dem Land einen Namen: Energieland Schleswig-Holstein. Unsere Vision lautet: Energiekreis Steinburg+ . Die Energiepolitik der Bundesregierung ermöglicht neben längeren Laufzeiten für unsere großen Kraftwerke, eine Lizenz zum Gelddrucken für die Bürgermeister in Brokdorf und Brunsbüttel, einen starken Einstieg in die Weiterentwicklung der Erneuerbaren Energieträger.

Aus dem neuen Fonds der Bundesregierung muss ein erheblicher Anteil in unsere Region fließen! Wir wollen eine Modellregion des Bundes für Elektromobilität werden. Im Öffentlichen Personennahverkehr der Region könnten die ersten Modelle von Elektrobussen und Diesel-Hybrid-Bussen fahren. In Wewelsfleth könnten Diesel-Hybrid-Schiffsmotoren erprobt werden. Mit Firmen der Region und außerhalb des Kreises wird ein Gesamtkonzept E-Mobilität entwickelt. Der Austausch von leistungsstärkeren Batterien, die über das Stromnetz in der Garage angeschlossen, einen Leistungspuffer darstellen, ist an Elektrotankstellen selbst für niemanden ein Problem. Die Probleme mit zu geringen Reichweiten, hohen Anschaffungskosten, fehlender Infrastruktur und lange Akkuladezeiten wurde gelöst. Mittel aus dem Projekt der Bundesregierung zur "Nationalen Plattform Elektromobilität" wurden genutzt.

Die Region Steinburg + beteiligt sich mit Instituten (ISiT, FHW, CAT, FTZ Büsum, IZET) und unseren Betrieben an einem Vorhaben „Modellregion umweltfreundliche Energiesysteme“ und erarbeitet sich die Technologieführerschaft in Teilbereichen. Ein neues Forschungsinstitut für regenerative Energien wurde gegründet. Unsere Betriebe kooperieren in einem Verbund E-Mobilität. Die Region eignet sich ideal zur Erzeugung und Lagerung des neuen Energieträgers Wasserstoff. (Produktion mit Hilfe von Elektrolyse und Speicherung in Salzkavernen, Umsetzungsplan erstellen entsprechend der Studie der Ludwig-Bölkow-System GmbH, Wasserstoff kann für industrielle Prozesse genutzt werden, sagt Vattenfall) Und jetzt der Haken: Das Problem der 2500 MW möglichen Offshore-Energie wird über ein Kabel bei Büsum gelöst. Aber diese Energiemenge und der Ausbau der Windenergie auf 7500 MW Land-Wind in Schleswig-Holstein erfordern 350 km neue 380 kv-Leitungen, eine über die Elbe westlich und eine östlich von Hamburg, neue Standorte für WKA und neue für Pilotanlagen. Wer siegt: Protest gegen Verantwortung ?

Alles ist möglich, wenn wir ohne Scheuklappen arbeiten

Bei Denkmalschutz und Umweltschutz ist Flexibilität gefragt. Ein großes Pumpspeicherwerk steht in Konflikt mit dem Naturschutz. Es fehlt ein Bundesleitungsgesetz, dass die zügige Umsetzung der notwendigen Vorhaben ermöglicht. Denn alles ist möglich, wenn wir ohne Scheuklappen für einen umweltfreundlichen Energiemix arbeiten (preiswert, sicher, verfügbar, umweltfreundlich).

Genauso sieht es aus mit den Erschließungsvorhaben: Wir haben riesige erschlossene Gewerbe-und Industrieflächen, aber auch Brachflächen in Brunsbüttel, Glückstadt – zehn Hektar allein das ehemalige Ausbesserungswerk der Bahn – , Hohenlockstedt und Kellinghusen, mehr als jeder andere Kreis im Land. Wir haben Häfen in Brunsbüttel und Glückstadt und am NOK. Wir haben Gleisanschluß. Der Flughafen HH liegt in zumutbarer Nähe. Und so kann es weitergehen: Wir werden die größte Baustelle im Land mit Kanal, Schleuse, 2. Störbrücke, Elbtunnelbau und Autobahn 20 und mindestens einem neuen Großkraftwerk.

Im Jahre 2030 wird der NOK auf ganzer Länge für die neue Generation von Schiffen vertieft und verbreitert sein, weil jetzt im Bund die Entscheidungen getroffen werden, die Mittel für die öffentliche Infrastruktur bereitzustellen. Dies ist alle Anstrengung unserer Abgeordneten wert. Also: 2030 sind fünf Schleusen in Brunsbüttel in Betrieb. Die Elbe ist vertieft. Der in der Kapazität verdoppelte Brunsbütteler Hafen ist vor Hamburg eine erste Anlaufstelle für Massengüter. Im Raum Glückstadt ist ein Güterverkehrszentrum umgesetzt worden.

Die Autobahn 23 führt weiter bis nach Dänemark

Die A 20 durch den Kreis und Niedersachsen bis Bremen ging vor zehnJahren in Betrieb, ebenso die Ortsumgehung Glückstadt. Wie gesagt, wir sind im Jahre 2030! Es gibt verbesserte Ansiedlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Häfen und Logistikbetriebe. Auch hier gibt es im Moment einen dicken Haken: Zur Zeit fehlt es an Bundesmitteln und Planungskosten des Landes. Dennoch weiter mit der Vision: Die A 23 führt 2030 bis Esbjerg und erschließt die ganze Westküste. Die B5 führt vierspurig nach Brunsbüttel, die Stadt hat Bahn-Strom-Anschluß. Das BAB-Kreuz Hohenfelde hat eine Planungsgemeinschaft von Steinburger Gemeinden die Erschließung eines neuen großen Gewerbegebietes ermöglicht, das viele neue Betriebe angelockt hat. Der Anstoß kam durch das Regionale Entwicklungskonzept des Kreises Steinburg, das eine belastbare Kooperationskultur gefordert hat. Alle bestehenden Kooperationen wurden zielgerichtet gebündelt. Das Ergebnis: Die Bestandsunternehmen haben profitiert, die Mittelzentren wurden gestärkt, die Arbeitsplätze stiegen. Die demografische Entwicklung hat sich ins Positive verkehrt. Die Entwicklung wurde begünstigt durch den Beschluß des Kreistages und der Gemeinden, über einen neuen Zweckverband 100 Millionen Euro zur Breitbandverkabelung aller Gemeinden einzusetzen und den Starschuß für das schnelle Internet abzugeben. Keine Gemeinde war nach 2015 mehr von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt.

Der HVV, inzwischen umbenannt in NVV, hat, aus dem Drei-Achsen-Konzept entwickelt, nach Bau eines weiteren Gleises zwischen Elmshorn und Pinneberg, die S-Bahn bis Itzehoe erweitert. Für Pendler stehen bessere Anschlüsse zur Verfügung.

Und wir wollen für unsere Unternehmen einen besseren Service. Eine One-Stop-Shop-Anlaufstelle für Betriebsansiedlung, Existenzgründung und Investitionsförderung wird mit oder neben der EgeB eingerichtet. Ein Netzwerkmanagement hilft bei der Bildung von Clustern, Arbeitsgemeinschaften, Kooperationen und Fachkräftegewinnung. Ein „Marktplatz Finanzierung“ hilft bei Betriebsübergängen. Ein besseres Marketing wird mit der Metropolregion Hamburg mit dem Ziel optimaler Vermarktung und Außenkommunikation aufgebaut. Das Land hat noch kein sichtbares Marketing. Fehlende Außenwerbung macht sich bemerkbar, ebenso die fehlende Gesamtvertretung auf dritten Märkten, beispielsweise in China und Indien. Um die neuen Chancen im Standortwettbewerb zu nutzen, um im Wettbewerb um Facharbeitskräfte und Hochqualifizierte mitzuhalten, muss ein abgestimmtes Branding der Region entwickelt werden.

Wir haben eine Fülle von Organisationen, die in letzter Zeit zu viel mit sich beschäftigt waren, die sich alle um die Region kümmern wollen. Es ist an der Zeit, in der Selbstorganisation und der kommunalpolitischen die Kräfte zu bündeln. Wenn es in Itzehoe gelingt, aus zwei großen Sportvereinen einen zu machen, ist dies ein gutes Beispiel für die verfasste Wirtschaft und die Kommunalpolitik (Weihnachtsbeleuchtung als Nagelprobe?).

Für die Bevölkerungsentwicklung, für die Beliebtheit einer Region, für ihre Anziehungskraft, für Wachstum sind die Nachfrage nach Arbeitskräften sind kreatives Milieu und lebenswerte Umwelt erforderlich. Kurzum: ein Lebensraum, der Lebenslust zulässt: High Tech und Lebenslust sollte das Motto der ganzen Region sein.

Medizinische und pflegerische Betreuung müssen preiswert und beispielhaft geregelt sein. Dies ist 2030 der Fall, da ein Modellprojekt Innovative Versorgungslandschaft umgesetzt wurde. Dem Beispiel der psychiatrischen Versorgung folgend, konnte sichergestellt werden, dass qualifiziertes medizinisches und Pflegepersonal gewonnen werden kann.

Die Wohnlandschaft hat sich verändert. Viele Menschen streben Wohnen am Wasser an. In den Städten des Kreises, vor allem entlang der Stör muss dies im Einklang mit Natur und Umwelt auf der Basis gemeindlicher Planung möglich sein. Und weil wir im Jahre 2030 sind, sage ich: Es war möglich.

Schon heute ist es oft schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Die Anzahl junger Leute nimmt rapide ab. 2025 werden 35 Prozent weniger 21-Jährige in Steinburg und Dithmarschen leben als 2005! Es gibt immer weniger Schulabgänger. Junge Menschen verlassen für Studium und Weiterbildung die Region . Da muß gegengesteuert werden. In den Schulen muß das Interesse an Naturwissenschaften stärker gefördert werden. Wir müssen die Betriebe und Institute in die Schulen holen. Wir müssen unser regionales Potential ausschöpfen, Schüler vermehrt zu neuen Abschlüssen führen, besser für den Arbeitsmarkt qualifizieren. Die Etablierung einer Bildungskonferenz und eines Bildungsbüros könnte hilfreich gewesen sein.

Die Arbeitslosigkeit vor einem Jahr lag im Kreis Steinburg bei 5,7 Prozent, genau wie heute. In Dithmarschen sinkt sie seit 2005 je Jahr um einen Prozentpunkt. Die Dynamik ist genauso groß wie in Hamburg. Nur wenn man sich heute intensiv auf die demografische Entwicklung vorbereitet, kann die Region zukunftsfest gemacht werden. Die Aufgabe lautet: Kleine und mittlere Betriebe und die Industrie kümmern sich beispielhaft in einem Verbund um Weiterbildung und Personalgewinnung. Wir müssen uns in der Aus- und Weiterbildung auf die neuen Anforderungen einstellen. Neben den Mikroelektronikern müssen im RBZ Fertigungsfachkräfte für Windenergieanlagen ausgebildet werden. Die Fachhochschule muss ihre Ingenieurausbildung verstärken.

Im Kreis kümmern sich knapp 30 engagierte Träger im Weiterbildungsverbund um engagierte bildungswillige Arbeitnehmer. Es lebe die Vielfalt! Wenn man allerdings genauer hinschaut, ist neben CNC-Schweißen und kaufmännischer Buchführung allerdings viel dabei, was nur bedingt unter Weiterbildung zu subsumieren ist. "Schach, aller Anfang ist schwer" gehört ebenso dazu wie "Wild-Küche leicht gemacht", "Ebay 55 plus", "Ehevertrag" oder "Weihnachtliches Ikebana". Dafür steht bei Integrationskurse nur ein kurzes "abgelaufen".

Seit 15 Jahren Vollbeschäftigung

Wir müssen von der nach wie vor von Hamburg ausgehenden Dynamik, die natürlich auch durch Arbeitskräfte aus dem Kreis ermöglicht wird, profitieren. Wachstum zur Vollbeschäftigung ist möglich. Wenn die Infrastruktur weiterentwickelt, ein Unternehmernetzwerk gebildet, der Technologiestandort ausgebaut, eine Modellregion "Umweltfreundliche Energien" eingerichtet, das Marketing im Rahmen der Metropolregion verbessert und eine Innovationskontakt-Stelle gefunden wird, die sich für alle Projekte und deren Zeitplan verantwortlich fühlt. Engagiert und hauptamtlich. Vollbeschäftigung und Wachstum ist 2030 die Regel, bereits seit 15 Jahren. Wenn wir die Weichen richtig stellen. Wenn sich alle einbringen. Jetzt. Unternehmer und Verwaltung und die Politik. Wir haben mehr Energie.
nr (sh:z)


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