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Mit Verantwortung und Vertrauen aus der Krise ?
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05.11.08
 
Diskussionspartner (v.li.): Frank Mehrens, Sönke Hauschild, Thomas Bergemann sowie Dirk und Linda Mengel. <i>Foto: vm</i>
Diskussionspartner (v.li.): Frank Mehrens, Sönke Hauschild, Thomas Bergemann sowie Dirk und Linda Mengel. Foto: vm
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, nr) Zur sozialen Marktwirtschaft gibt es keine Alternative. Und: Bei Beachtung christlicher Werte gerät das Wirtschafts- und Finanzsystem auch nicht in eine wie jetzt erlebte Schieflage.

Das ist der Tenor einer Diskussionsveranstaltung, in der sich der Evangelische Arbeitskreis der Steinburger CDU mit der Finanzkrise und moralischen Fragen befasste.

Arbeitskreisvorsitzender Sönke Hauschild warf erste Stichwörter in die Runde: "Gibt es einen wirtschaftlichen Erfolg nur ohne Ethik?" Wirtschafts-Staatssekretär Jost de Jager stellte zunächst einmal klar, dass jetzt "nicht ein ganzes System in Frage gestellt werden darf". Er äußerte die Überzeugung: Eigentum ist Freiheit. Handlungsbedarf sieht er allerdings bei einigen Rahmenbedingungen. So müsse in der Wirtschaft Verantwortung wieder groß geschrieben werden. "Da ist einiges unter die Räder gekommen." De Jager warnte allerdings auch vor einer Doppelmoral: "Die Zahlungen an Manager werden von Aufsichtsräten genehmigt." Sein Vorschlag: Bonus-Zahlungen dürften erst dann ausgeschüttet werden, wenn sich ein Erfolg auch tatsächlich eingestellt hat. Die schleswig-holsteinische Wirtschaft sieht der Staatssekretär in der Krise gut aufgestellt: "Ein mittelständischer Unternehmer macht sich in der Regel nicht so schnell aus dem Staub." Sorge bereitet dem Sprecher allerdings, dass viele Menschen trotz Arbeitsplatz nicht genug zum Leben hätten. "Da hat auch die CDU noch keine Antworten."

An der Ursache der Krise hat Jost de Jager übrigens keine Zweifel: "Gier!" – insbesondere in den USA, wo die Banken die Konsumenten mit Billigkrediten für Haus, Auto und Urlaub überschüttet hätten. De Jager sprach "von einer Verwahrlosung der Sitten". In die gleiche Kerbe schlug Wirtschaftswissenschaftler Professor Frank Mehrens, der der US-Regierung "moralisches Versagen" vorhielt. Seit dem Jahr 2000 sei Geld an Menschen verliehen worden, die nach unseren Maßstäben nicht kreditwürdig seien. Prognosen, ob die Krise in den Griff zu bekommen sei, mochte Mehrens nicht wagen: "Derzeit bekämpfen die Notenbanken Feuer mit Feuer. Vielleicht geht es gut."

Propst Dr. Thomas Bergemann hat nach eigenem Bekunden das Vertrauen in unser Wirtschaftssystem schon verloren: "Wenn Banken nicht wissen, wohin mit ihrem Geld, auf der anderen Seite aber alle drei Sekunden ein Kind stirbt, dann habe ich schon Zweifel am System." Vertrauen könne er allenfalls noch zu einzelnen Personen haben – vor allem dann, wenn sie aus dem näheren Umfeld kommen. Zum Beispiel aus Vaale: Für das Unternehmer-Ehepaar Dirk und Linda Mengel steht fest: "Erst bin ich Christ und dann Unternehmer. Dabei ist die Bibel der Leitfaden." Linda Mengel fügte hinzu: "Ich wünschte mir mehr Manager mit Demut und Umkehr." Bergemann hofft vor allem auf vertrauensbildende Maßnahmen – und setzt ansonsten "auf die Vergesslichkeit der Menschen". Und: Jeder Christ könne so leben, dass es für andere ansteckend wird. "Im Kleinen geht das."

Zwei Begriffe fielen in der Diskussion immer wieder: Die Forderung nach mehr Verantwortung und die Hoffnung, dass alle Beteiligten wieder Vertrauen schöpfen. "Das muss zunächst einmal vor Ort passieren", appellierte Kreispräsident Hans-Friedrich Tiemann. Auch der Volksbank-Vorstand Stephan Schack betonte, dass Vertrauen eine herausragende Rolle spiele. Er wies darauf hin, dass sein Unternehmen gerade erst wieder zehn große Kredite an Abnehmer in der Region vergeben habe – "davon drei an Landwirte". Der Kellinghusener Dieter Hahne gab sich eher pessimistisch. Er sprach nicht von einer Finanz-, sondern von einer generellen Vertrauenskrise: "Erst war das Vertrauen in Polizei, Lehrer und Politiker weg, jetzt auch in die Manager." Nach Einschätzung von Sönke Hauschild muss sich ohnehin jeder an die eigene Nase fassen: "Die Geiz-ist-geil–Werbung ist ein Zeichen menschlicher Maßlosigkeit." Er schloss mit einem weiteren Beispiel: "Wir hatten gerade Reformationstag. Heute nennt man das Halloween."

Arbeitskreis
Der evangelische Arbeitskreis wurde innerhalb der Bundes-CDU in den 50er Jahren als Gegenpol zum rheinisch geprägten Katholizismus gegründet. Laut ihrem Landesvorsitzenden Jost de Jager versteht die Gruppe sich als Sammelbewegung für eine Diskussion von Werten und ist inzwischen überkonfessionell. In Steinburg wurde der Arbeitskreis jetzt durch den Winseldorfer Sönke Hauschild reaktiviert.
Volker Mehmel (sh:z)

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