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Pressemitteilung vom 24.01.08
Einstimmig: CDU-Basis will neuen Atommeiler
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, vm) Erstmals macht sich ein ganzer Parteitag geschlossen für den Ausbau der Kernenergie stark. Christdemokraten halten geplante Kohlekraftwerke an der Unterelbe für nicht hinnehmbar.

Wilster - Die Aussicht auf den Bau von bis zu fünf Kohlekraftwerken im Industriegebiet Brunsbüttel mobilisiert die CDU-Basis. Der Kreisparteitag der Steinburger CDU sprach sich jetzt einstimmig und ohne weitere Diskussion nicht nur für eine Verlängerung der Restlaufzeiten der Atommeiler in Brokdorf und Brunsbüttel, sondern gleich für den Neubau eines Kernkraftwerkes an der Unterelbe aus.

Die Entscheidung, bei der sich lediglich zwei der 250 Christdemokraten ihrer Stimme enthielten, fiel an denkwürdiger Stelle. Der Parteitag gastierte in Wilster und damit fast in Reichweite des symbolträchtigen Standorts Brokdorf. Die überraschende Initiative kam aus der 1000-Seelen-Gemeinde Beidenfleth. CDU-Ortsverbandsvorsitzender Volker Struve: "Ein Atomkraftwerk modernen Standards ist uns lieber als eine Konzentration von Kohlekraftwerken."

Die derzeitigen Pläne für den Bau konventioneller Kraftwerke seien in dieser Ballung für die Menschen in der Region nicht hinnehmbar, argumentierte Struve weiter. Wenn schon Kraftwerkskapazitäten und auch die Arbeitsplätze gebraucht würden, dann so, dass die Lebensqualität in der Region nicht leidet. Struve weiter: "Es ist nicht einsehbar, dass gute und funktionierende Kraftwerke abgeschaltet werden."

Bei den Steinburger Christdemokraten rannte Struve mit seinem Vorstoß offene Türen ein. Einer der ersten, der seine gelbe Stimmkarte in die Höhe reckte, war am Vorstandstisch Wirtschaftsminister Dietrich Austermann. "Das ist ein in die Zukunft gerichteter Antrag", meinte er zustimmend. "Wir leben davon, dass wir das, was wir können, auch tun", ermunterte Austermann seine Parteifreunde zu einem Ausbau der Energieerzeugung.

Eher beiläufig fügte er hinzu, dass es bei Kernkraftwerken "heute Technologien gibt, die einen Gau ausschließen". Ansonsten geht der Minister davon aus, dass statt der anvisierten fünf am Ende lediglich ein oder zwei Kohlekraftwerke auch tatsächlich realisiert werden. Als erklärtes Ziel nannte er aber "den Erhalt Schleswig-Holsteins als Reinluftgebiet". Steinburgs Kreisvorsitzender und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Landtag, Hans-Jörn Arp, unterstützte ausdrücklich den Beidenflether Vorstoß. "Das setzt Zeichen für die künftige Energiepolitik in unserem Land."

Prompten Gegenwind gab es dazu gestern von der SPD. Landesvorsitzender Ralf Stegner: "Die Verlängerung von Restlaufzeiten überalterter Atommeiler kommt nicht in Frage, ein Neubau von Atomkraftwerken schon gar nicht." Mit Blick auf die Kommunalwahl bedankte sich Stegner allerdings auch: "Jetzt wissen die Wähler, woran sie sind." Stegners Parteifreunde in Steinburg hatten zuletzt übrigens ein Gas-Kraftwerk für Brunsbüttel gefordert, was die CDU mit Hinweis auf drohende Abhängigkeiten vom russischen Energiekonzern Gazprom ablehnt.
Volker Mehmel (sh:z)