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Pressemitteilung vom 10.01.08
Arp verspricht: "Setze mich für die besten Filter ein"
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, vm) Wenn es um den Einbau der bestmöglichen Filteranlagen geht, haben "die Wilstermarschbewohner mich als ihren Anwalt auf ihrer Seite". Dieses Versprechen machte der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp bei einer Diskussionsrunde mit Landwirten und Vertretern der Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe.


Den Bau der umstrittenen Kohlekraftwerke im Industriegebiet Brunsbüttel verteidigte er allerdings. "Wir brauchen die Arbeitsplätze, und wir brauchen ständig verfügbare und kostengünstige Energie", begründete der Christdemokrat, der keinen Hehl daraus machte, dass ihm eine Verlängerung der Laufzeit für den Atomreaktor lieber wäre. Arp geht im übrigen davon aus, dass in Brunsbüttel "maximal zwei Kohlekraftwerke gebaut werden". Mehr sei allein schon wegen des Wärmehaushalts der Elbe nicht möglich.

Probleme für den Fremdenverkehr in der Wilstermarsch sieht Arp nicht: "Es geht hier vorwiegend um Tagestouristen - und die hält ein Kraftwerk nicht ab." Mit dem Hinweis auf die Forderung nach strikter Einhaltung aller Grenzwerte sieht der CDU-Sprecher auch für die Landwirtschaft keine Probleme. Es gebe, so eine ministerielle Auskunft, in ganz Deutschland keinen Fall, wo eine landwirtschaftliche Nutzung durch ein Kohlekraftwerk beeinträchtigt wird. Ansonsten machte Arp den Kraftwerksgegnern wenig Hoffnung: "Wenn alles rechtmäßig läuft, kann niemand in dieser Republik den Bau verhindern."

In der anschließenden Diskussion räumte der Wewelsflether Stephan Klose ein, dass es hier auch um ein sehr emotionales Thema gehe. Allerdings: "Die 300 Tonnen Feinstaub kommen ja auch irgendwo runter." Klose fügte hinzu: "An windstillen Tagen möchte ich nicht in Brunsbüttel leben."

Die Sprecherin der Bürgerinitiative, Telse Mehlert, sorgt sich vor allem um die Gesundheit. "Ich möchte meinen Kindern nicht eines Tages sagen, jetzt verlassen wir das sinkende Schiff." Schon jetzt seien die Menschen auffallend oft von Allergien betroffen.

Um existentielle Fragen geht es auch für die Landwirte. Sie betreiben ihr Geschäft zwar auf besonders fruchtbarem Boden. Tauchen in der Milch allerdings Schadstoffe auf, wäre dies das Aus für viele Betriebe. Der Brokdorfer Landwirt Thomas Göttsche: "Unser Milchvieh ist der dreifachen Belastung ausgesetzt: durch Gras, Wasser aus den Gräben und durch die Luft." Jürgen Mohr, Berufskollege aus St. Margarethen, pflichtet bei: "Zum Melken haben wir keine Alternative. Und wenn da was rauskommt, ist die Kiste zu." Landwirt Volker Frauen ließ insbesondere das Argument von unbelasteter Landwirtschaft an anderen Kraftwerken nicht gelten. "Das ist nicht vergleichbar. Wir haben hier schon jetzt eine sehr hohe Grundlast." Die Landwirte verfolgen die Kraftwerkspläne jedenfalls mit größter Skepsis und Sorge. Hans-Jörn Arp ließ Verständnis für die Bedenken erkennen. Aber: "Die Angst kann Ihnen letztlich niemand nehmen."

Nach Einschätzung von Karsten Hinrichsen von der Bürgerinitiative lassen sich optimale Sicherheitsvorkehrungen nur durch großen politischen Druck erreichen. Der Brokdorfer warnte vor drohenden Störfällen, Billig-Varianten bei den Filteranlagen und "verkappten Müllverbrennungsanlagen". Er fasste zusammen: "Da kommt was auf uns zu." Und auch Telse Mehlert war letztlich nicht zu überzeugen: "Die Kohlekraftwerke machen dem Tourismus bei uns den Garaus." Hans-Jörn Arp versicherte: "Ich habe selbst ein großes Interesse daran, meinen Kindern eine intakte Natur zu übergeben." Volker Mehmel (sh:z)