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Pressemitteilung vom 21.08.07
Sperrwerk: Werft hofft auf Kiel
Rundgang auf der Peterswerft (von links): Jens Magnussen, Mark Dethlefs, Hartmut Hammerich, Dr. Johann Wadephul, Vorsitzender Johannes Callsen, Carsten Jasper und Hans-Jörn Arp. <I>Foto: js</I>
Rundgang auf der Peterswerft (von links): Jens Magnussen, Mark Dethlefs, Hartmut Hammerich, Dr. Johann Wadephul, Vorsitzender Johannes Callsen, Carsten Jasper und Hans-Jörn Arp. Foto: js
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, js) Die Peterswerft bittet das Land um Hilfe. Die Durchfahrt durch das Störrsperrwerk muss verbreitert werden, um ein neues Dock zu bauen.


Die Notwendigkeit eines dritten Docks und einer Erweiterung des Störsperrwerks um eine dritte, deutlich breitere Kammer wird immer dringlicher. "Schon jetzt müssen wir zwei Drittel der Anfragen ablehnen, weil die Schiffe nicht mehr durch das Sperrwerk passen", machte Werftchef Mark Dethlefs gestern den Mitgliedern des Fraktionsarbeitskreises Wirtschaft der CDU-Landtagsfraktion bei einem Besuch auf der Werft der Peters Schiffbau GmbH deutlich. Fraktionschef Dr. Johann Wadephul sagte seine Unterstützung zu: "Ich bin beeindruckt. Was wir machen können, um politische Unterstützung zu geben, werden wir machen." Der Terminplan der Werft zielt auf einen Baubeginn für das dritte Dock schon im Frühjahr nächsten Jahres hin. Voraussetzung ist die Zusage aus Kiel, das spätestens 2009 mit der Erweiterung des Störsperrwerks begonnen wird. Die Werft will in ihr drittes Dock 68 Millionen Euro investieren. Die öffentliche Hand müsste die Voraussetzungen im Störsperrwerk schaffen und hier 50 Millionen Euro investieren.

Auch wenn das Störsperrwerk ein Küstenschutzbauwerk sei, könnten in die Erweiterung keine Küstenschutzmittel gebunden werden, waren sich Werftleitung und CDU-Landespolitiker einig. Wadephul: "Die Maßnahme hat eindeutig wirtschaftlichen Hintergrund." Deshalb seien insbesondere Wirtschafts- und Finanzministerium gefordert. Die Werft, auf der 110 eigene Mitarbeiter und bis zu 700 Fremdkräfte aus ganz Europa tätig sind, ist im Handelsschiffbau bis zum Jahr 2012 ausgelastet, und auch im Megayachtbau liegt Arbeit für weitere vier Jahre vor. Eine der größten Megayachten, die künftig auf den Weltmeeren verkehren werden, soll mit einer Länge von 135 Metern zum Jahresende ausgedockt und nach vierjähriger Bauzeit im Frühjahr 2008 abgeliefert werden.

Die Riesen-Megayacht wird gerade noch das alte Sperrwerk passieren können. Und auch das mit 138 Meter Länge bisher größte Containerschiff, das zur Zeit auf dem Helgen liegt, wird die Hürde Sperrwerk zentimetergenau nehmen können. Dann aber muss gehandelt werden. Die Nachfrage nach so genannten Feeder-Schiffen mit einer Ladekapazität von 1200 und 1400 Containern wird immer größer. Sie können in Wewelsfleth aber erst gebaut werden, wenn die dritte Kammer des Sperrwerks zur Verfügung steht. Auch für Reparaturen von Schiffen dieser Größenordnung ist die breitere Sperrwerksdurchfahrt unverzichtbar. Bisher werden in Wewelsfleth nur Frachter für bis zu 900 Containern gebaut. Auch im Megayachtbau nimmt die Nachfrage nach bis zu 170 Meter langen Luxus-Yachten mehr und mehr zu. Deshalb drängt der Neubau des dritten Docks mit 180 Meter Länge und 30 Meter Breite unmittelbar neben den vorhandenen zwei Docks.

MdL Hans-Jörn Arp, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, ist Befürworter der Investitionsprojekte an der Störmündung. "Wenn hier nichts geschieht, bleiben die Aufträge bei holländischen Werften", warnte er und hob die Standortvorteile der Peterswerft auf dem direkten Weg in den Hamburger Hafen hervor. Sein Argument: "Wir müssen die jetzt guten Zeiten nutzen, um die Werft auch für mögliche schlechte Zeiten wettbewerbsfähig zu machen."
Jochen Schwarck (sh:z)