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Pressemitteilung vom 02.03.16
Liebeswerben noch nicht erhört
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, Joachim Möller) „Wir machen Ihnen heute zum zweiten Mal ein Heiratsangebot.“ Doch das Werben des Steinburger CDU-Schatzmeisters Markus Otto Carstens hatte – noch – keinen Erfolg. Denn Lutz Aigner, Geschäftsführer des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV), konnte und durfte keine konkreten Zusagen machen, lediglich „neutral“ über den HVV und seine Möglichkeiten informieren. Aber dies interessierte 100 Zuhörer, die zur CDU-Veranstaltung „Ein Tarif, eine Fahrkarte, ein Fahrplan – Beitritt Steinburgs zum HVV aus Sicht der Praxis“ ins Café Schwarz nach Itzehoe gekommen waren.

Bereits vor einigen Jahren hatte der CDU-Kreisverband bei einer HVV-Veranstaltung einen vergeblichen „Heiratsantrag“ gemacht, damals aber bei weniger Zuschauerinteresse. Das volle Haus zeige, „dass das Thema unter den Nägeln brennt“, sagte Carstens, der die Zusammenkunft auch moderierte. Wie berichtet, möchten Politiker aller Parteien eine Ausweitung des HVV-Gebietes auf den Kreis Steinburg. Der Haken dabei: Dies kostet pro Jahr 1,85 Millionen Euro. Davon soll nach Steinburger Sichtweise das Land den Löwenanteil zahlen, weigert sich bisher aber. Obwohl Kiel für die vier Hamburger Randkreise, die seit Anfang der 2000-Jahre HVV-Mitglied sind, jährlich acht Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Und Aigner bremste die Steinburger Euphorie weiter: „Aus verkehrlicher Sicht gibt es viele Gründe, den HVV nicht auf den Kreis Steinburg auszuweiten.“ Nicht nach „unten subventionierte Fahrkarten“, sondern Takt, Anschlusssicherheit und Pünktlichkeit brächten mehr Fahrgäste. „Der Preis ist wichtig, aber Qualität ist wichtiger.“ Und nur, weil der Kreis Mitglied im HVV sei, fahre kein Zug mehr. Außerdem hätten die Kreise kaum Einfluss auf die Preisgestaltung, der HVV sei ein Großstadtverbund. 85 Prozent der Einnahmen von 780 Millionen Euro im Jahr würden in Hamburg erwirtschaftet, deshalb hat die Hansestadt bei der Tarifgestaltung „das letzte Wort“. Sein Fazit: „Stecken Sie das Geld nicht in den Tarif, sondern in die Qualität und Leistung des öffentlichen Personennahverkehrs.“ Eine ganz andere Baustelle sei dagegen die Standortpolitik, mit der der Kreis Steinburg als HVV-Partner profitieren könnte. Doch dies sei eine politische Entscheidung, die nicht der HVV-Geschäftsführer treffe.

Und vor allem hier setzen die Steinburger Politiker an – neben dem Wegfall von Tarifgrenzen und günstigeren Bahnkarten. Mit dem „HVV-Stempel“ könnten auch Hamburger, für die der Wohnraum dort immer teurer wird, in den Kreis Steinburg gelockt werden, glaubt Itzehoes Bürgervorsteher Heinz Köhnke. Ähnlich sahen es auch Besucher aus Brokstedt, Kellinghusen und Glückstadt. „Wir wollen Itzehoe und den Kreis attraktiver machen, dafür brauchen wir Fachkräfte aus Hamburg“, sagte Siegfried Hansen (Piraten). Und mit dem Beitritt zum HVV „fordern wir nur unser Recht“, betonte er in Hinblick auf die Hamburger Randkreise, die bereits HVV-Mitglied sind. FDP-Mitglied Stephan Goronczy verwies auf die HVV-Städte Lüneburg und Elmshorn, die in den vergangenen Jahren deutliche Einwohnerzuwächse zu verzeichnen gehabt hätten.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp rief alle dazu auf, sich für einen Beitritt einzusetzen und den Druck auf Kiel zu erhöhen. Denn für den Christdemokraten ist klar: Von dort muss das Geld für einen Beitritt kommen. Seine Rechnung ist einfach: Durch die neue Ausschreibung der Marschenbahn hat das Land vier Millionen Euro gespart, Glückstadt im Gegenzug aber zahlreiche Halte verloren. „Dafür muss es einen Ausgleich geben.“ Und werde die Summe bezahlt, hätte das Land immer noch über zwei Millionen Euro gespart. Vorteile haben jedoch nicht nur die Steinburger, sondern auch die Hamburger, glaubt Detlef Möllgaard aus Hohenlockstedt. „Mit dem HVV-Ticket bieten wir ihnen die Möglichkeit in den Kreis Steinburg zu kommen und auch etwas Lebensqualität zu genießen.“
Joachim Möller (sh:z)