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Pressemitteilung vom 05.10.15
Zeitzeugen machen Mauerfall lebendig
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, lh) Erinnerung und Gedenken aus Anlass des Jubiläums „25 Jahre deutsche Einheit“ gab es allerorten. Die Steinburger CDU präsentierte lebendige Zeitgeschichte. Bei einem Empfang am Vorabend des Feiertags berichteten zwei Zeitzeugen unter dem Titel „Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ über ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit beiden deutschen Staaten. Musikalisch untermalt vom Streichquartett aus dem Orchester des Sophie-Scholl-Gymnasiums, lieferten die Gäste ein spannendes Stück deutsch-deutscher Erfahrungen.

Einen eindrucksvoll-leidlichen Blick als Betroffener des DDR-Staates konnte der heutige Vizepräsident des Brandenburger Landtags, Dieter Dombrowski (64), werfen. Er wurde 1974 zu vier Jahren Gefängnis wegen Republikflucht und staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme verurteilt und nach 20 Monaten durch die Bundesrepublik frei gekauft. Auch seine drei Schwestern und zwei seiner Brüder wurden inhaftiert. Aber: „Keiner hat sein Tun bereut, alle haben ihren Weg gemacht.“

Zwar seien mit der Wende nicht alle Erwartungen erfüllt worden, für viele sei es entbehrungsreich gewesen, aber die Freude über neu gewonnene Freiheit überwiege doch. Er führe keine harte Abrechnung durch, denn er sehe auch das Dilemma bei den Volkspolizisten, ihren Dienst loyal zu vollziehen. „Mit dem Bau der Mauer haben DDR-Bürger das letzte bisschen Recht verloren.“ Die Situation sei eine ähnliche wie heute bei den Flüchtlingen. Bei ihnen müsse man menschlich entscheiden, sollte keine neuen Mauern bauen. „Die Bürger der DDR haben Erfahrungen mit Mauern, Minen und Zäunen auch nicht von der Flucht abgehalten. Menschen in Not finden ihre Wege.“

Als westliche Position schilderte Dietrich Austermann, von 1982 bis 2005 Mitglied des deutschen Bundestages und von 2005 bis 2008 schleswig-holsteinischer Wirtschaftsminister, seine Erfahrungen. „Wie klein die Welt ist: Wir sind beide in Berlin geboren, im Osten und im Westen, haben beide die Nachkriegszeit erlebt.“ Sie habe sich nur völlig unterschiedlich auf ihre Lebenswege ausgewirkt, um sie dann wieder in einer Partei zusammen zu führen.

Seit seinem siebten Lebensjahr, als bei einer Demo vorm Reichstag 1948 in Berlin Bürgermeister Ernst Reuter seine berühmte Rede hielt, habe ihn die Situation der Teilung nicht losgelassen. Er erinnerte an die Waffensysteme des Warschauer Paktes, den Nato-Doppelbeschluss und die Friedensbewegung, „die von der DDR gesteuert wurde“, und stellte dem die CDU als Mahner und Warner entgegen. Lebendig aus erster Hand erfuhren die Zuhörer etwas über die Stimmung im Bundestag, als die Reisefreiheit durch die DDR-Führung verkündet wurde.

Der CDU-Kreisvorsitzende Heiner Rickers war ob des Gehörten überzeugt: „Wir haben genau das richtige Thema für diese Stunde ausgewählt und die richtigen Zeitzeugen eingeladen, die aus ihrer eigenen Erfahrung heraus berichten konnten.“ Und Dieter Dombrowski sagte als persönliches Fazit, die Deutsche Einheit bleibe für ihn immer etwas Besonderes. Er denke oft: „Das ist viel zu schön um wahr zu sein. Ich wünsche mir, dass es nie aufhört.“
Ludger Hinz (sh:z)