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Pressemitteilung vom 08.09.14
Bahn frei – aber wann?
<i>Pro Bahn: Vertreter der CDU mit dem Vorsitzenden Heiner Rickers (2. v.l.), der Jungen Union sowie dem Vorsitzende der Kaufmannschaft, Timo Laackmann (links), warten ungeduldig auf den Bahnanschluss. Foto: Möller</i>
Pro Bahn: Vertreter der CDU mit dem Vorsitzenden Heiner Rickers (2. v.l.), der Jungen Union sowie dem Vorsitzende der Kaufmannschaft, Timo Laackmann (links), warten ungeduldig auf den Bahnanschluss. Foto: Möller
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, Joachim Möller) Seit 2011 ist die Bahnstrecke Kellinghusen-Wrist wieder in der Diskussion – doch ob überhaupt und ab wann Züge fahren, ist immer noch nicht klar. Eine Entscheidung aus Kiel lässt auf sich warten, nach der jüngsten Ankündigung ist im Oktober damit zu rechnen (wir berichteten).

„Dies ist das einzige Schienenprojekt im Land, dass sich schnell umsetzen lässt“, wundert sich der CDU-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Heiner Rickers über das Hinhalten. In der Störstadt seien fast alle für die Reaktivierung, bei den beiden anderen Schienenprojekten im Land in Kiel und Fockbek gebe es Gegenwind. Rickers war Gast bei der Jungen Union des Kreises Steinburg, die sich vor Ort über den Streckenabschnitt informierte, weil der Punkt demnächst auf ihrer Tagesordnung steht. Das Kellinghusener Vorstandsmitglied Cedric Brinkhaus und der Vorsitzende Patrick Schulz, der lange in Kellinghusen gelebt hat, sind vom Nutzen der Bahn überzeugt. Denn auch für junge Leute sei eine Bahnverbindung wichtig, sei es nach Hamburg, Elmshorn oder Neumünster. So müssten sie erst immer nach Wrist zum Bahnhof kommen, was besonders in den Abend- und Nachtstunden schwierig ohne vernünftige Busverbindung sei. „Ein Bahnhof in Kellinghusen ist eine Attraktivitätssteigerung auch für junge Menschen und Motivation für sie hier zu bleiben.“ Ein Bahnanschluss würde gleichzeitig Menschen aus der Hamburger Region anziehen, die in einem intakten Umfeld wie Kellinghusen wohnen wollten, aber in Hamburg arbeiteten. Ein kleine Umfrage beim jüngsten Töpfermarkt hat die Nachwuchspolitiker bestärkt. „Die meisten waren für den Bahnanschluss, vor allem junge Familien wünschen ihn sich“, sagt Cedric Brinkhaus.

6,5 Millionen Euro soll der Bau der Strecke kosten, hinzu kommen 100 000 bis 200 000 Euro Unterhalt jährlich. Heiner Rickers machte noch einmal deutlich, dass das Geld nicht für Kellinghusen investiert werden solle, sondern für die gesamte Region. Hintergrund ist der Bau eines Abstellgleises in Wrist. Um Platz für die zukünftig in Wrist endenden Nahverkehrszüge zu schaffen, ist es notwendig, ein weiteres elektrifiziertes Gleis zum Ausweichen und Wenden der Züge zu bauen. Das neue Gleis mit einer Nutzlänge von 236 Metern wird auf der Trasse der zurzeit stillgelegten Strecke Wrist–Itzehoe entstehen. Baubeginn soll der 14. September sein. Für den Umbau investiert die Deutsche Bahn zirka 1,5 Millionen Euro. Und damit der Zug dort dann nicht jeweils 40 Minuten in Warteposition steht, sollte nach Ansicht der meisten Kellinghusener die Strecke nach Kellinghusen verlängert werden.

Für Rickers macht dies auch verkehrspolitisch Sinn. Denn Wrist habe Parkplatzprobleme wegen der großen Anzahl an Pendlerfahrzeugen, die Querung über die Bahn sei nicht vernünftig geklärt und der Bahnhof sei nicht barrierefrei. Und mit den kommenden Baustellen auf A 7 und A 23 würde sich die Situation weiter verschärfen, weil noch mehr Pendler auf die Bahn umstiegen. Da der Politiker in den nächsten Jahren nicht mit einer Lösung in Wrist rechnet, setzt er auf die Reaktivierung der Strecke nach Kellinghusen. Auch Timo Laackmann, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, versteht nicht, warum es immer noch keine positive Nachricht aus Kiel gibt. „Alle reden davon, wir sollen mehr mit der Bahn fahren, aber niemand tut etwas dafür.“ Falls auch bis Herbst keine Entscheidung kommt, gibt es jetzt Überlegungen, eine Podiumsdiskussion mit allen Beteiligten zu organisieren.
Joachim Möller (sh:z)