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Pressemitteilung vom 20.08.14
Der Fachkräftemangel ist beim Landhandel angekommen
Ortstermin bei Trede & von Pein: Knut von Pein, Heiner Rickers, Hans-Jörn Arp, Timo Brümmer, Detlef-Hermann Beimgraben, Hans-Hinrich Neve und Klaus Jensen (v.l.).
Ortstermin bei Trede & von Pein: Knut von Pein, Heiner Rickers, Hans-Jörn Arp, Timo Brümmer, Detlef-Hermann Beimgraben, Hans-Hinrich Neve und Klaus Jensen (v.l.).
Die Landwirtschaft hat in den letzten Jahren einen starken Strukturwandel erlebt – wie ist die Situation im klassischen Landhandel? Bei der Firma „Trede & von Pein“ in Dammfleth machte sich der von Heiner Rickers geleitete Arbeitskreis „Agrar und Umwelt“ der CDU-Landtagsfraktion ein Bild.

Die Abgeordneten Heiner Rickers, Hans-Jörn Arp, Hans-Hinrich Neve, Klaus Jensen und Jens-Christian Magnussen lernten dabei einen Familienbetrieb kennen, der sich erfolgreich auf einem immer mehr von großen Unternehmen beherrschten Markt behauptet. Dem Trend zu größeren Unternehmenseinheiten verdankt dabei auch Trede & von Pein seine Entstehung. 1994 schlossen sich die 1831 und 1865 gegründeten Konkurrenten „Detlef Trede“ und „Hermann von Pein Söhne“ gleichberechtigt zusammen und legten damit den Grundstein für gemeinsames Wachstum. „1994 hatten wir etwa 70 Mitarbeiter, heute sind es knapp 300, darunter 40 Auszubildende. Der Umsatz ist seitdem ungefähr auf das Siebenfache angestiegen“, zog Geschäftsführer Knut von Pein Bilanz.

Die Frage der Politiker nach Hemmnissen brachte zunächst einen durchaus erwarteten Kritikpunkt. Bei der Infrastruktur sahen die drei Geschäftsführer Knut von Pein, Detlef-Hermann Beimgraben und Timo Brümmer dringenden Verbesserungsbedarf. Marode Straßen mit Tempo- und Gewichtsbeschränkungen, den Dauerstau vor Elbtunnel oder Fähre, aber auch schlechte Bahnverbindungen verbuchten sie übereinstimmend als Minusposten für ein schleswig-holsteinisches Unternehmen. Überrascht zeigten sich die Politiker allerdings, wie stark der oft beschworene Fachkräftemangel inzwischen auch im Landhandel angekommen ist. „Früher haben wir uns geärgert, dass gute Leute, die wir ausgebildet hatten, von der Industrie abgeworben wurden. Heute haben wir Probleme – insbesondere im gewerblichen Bereich – überhaupt noch Mitarbeiter zu bekommen“, umriss Beimgraben die Lage. Abhilfe erhofft sich das Unternehmen durch Aus- und Fortbildung des vorhandenen Mitarbeiterstammes in Bereichen von LKW-Führerschein bis Handwerksleistung. „Ganz praxisnah vor Ort: Ein Mitarbeiter lernt etwas dazu, kann wieder andere anleiten, davon profitieren alle Seiten und die Bindung zum Unternehmen wird gefestigt“, beschrieb Beimgraben das schlüssige Konzept des Familienunternehmens.

Der Hoffnung auf öffentliche Förderung folgte allerdings bald Ernüchterung: „Es gibt durchaus Förderprogramme“, berichtete Knut von Pein: „Vieles ist allerdings so unübersichtlich, kompliziert und bürokratisch, dass der Aufwand für ein Unternehmen unserer Größenordnung kaum zu leisten ist.“ Die in vielen Bereichen ausufernde Bürokratie sah Arp dann auch als zunehmende Wettbewerbsverzerrung: „Hier haben die großen Konzerne mit ihren Rechtsabteilungen einen klaren Vorteil. Für unsere kleinen und mittleren Betriebe ist die Bürokratie inzwischen eine fast unerträgliche Belastung – und dabei sind es gerade diese Betriebe, denen wir es verdanken, dass Deutschland besser als jedes andere Land durch die Krise gekommen ist.“