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Pressemitteilung vom 31.07.14
Bald drohen Straßensperrungen
Nahmen Maß von den Straßenschäden im Kreis (von links): Peter Mohr, Harm Früchtenicht, Heiner Rickers, Hans-Jörn Arp, Werner Schultze und Mark Helfrich an einer besonders tiefen Absackung an der Landesstraße 120. <i>Foto: Gravert</i>
Nahmen Maß von den Straßenschäden im Kreis (von links): Peter Mohr, Harm Früchtenicht, Heiner Rickers, Hans-Jörn Arp, Werner Schultze und Mark Helfrich an einer besonders tiefen Absackung an der Landesstraße 120. Foto: Gravert
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, Delf Gravert) „Die Bevölkerung ist zu Recht unzufrieden mit dem Zustand der Landesstraßen. Es muss etwas passieren, sonst sind Sperrungen bald unvermeidbar. Ohne Straßen haben wir Stillstand im Land.“ Scharfe Kritik übte Hans-Jörn Arp an der Politik von Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD).

„Geld ist genug da, aber die Landesregierung handelt nicht.“ Der verkehrpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion war mit seinem Landtagskollegen Heiner Rickers und dem Steinburger Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich im Kreis unterwegs, um sich vor Ort bei Kreis- und Gemeindepolitikern über den Zustand der Landesstraßen zu informieren. Unter anderem besichtigten die CDU-Politiker die Landesstraße 120 zwischen Krempdorf und Krempermoor. Sie ist eine wichtige Verkehrsader für die Gemeinden Bahrenfleth und Borsfleth und zum Bedauern der Bürgermeister Harm Früchtenicht (KWV) und Peter Mohr (KWV) stark sanierungsbedürftig.

„Gefährlich“ sei der Zustand der L120, so Mohr. An vielen Stellen ist die Straße an den Rändern abgesackt – teilweise um 15 Zentimeter. Die Teerdecke hat tiefe Risse. „Die Schräge an sich ist schon gefährlich für alle Verkehrsteilnehmer, vor allem im Winter. Aber die Risse sind teilweise so breit und tief, dass ein Fahrradreifen hineinpasst. Da kann es zu bösen Stürzen kommen“, sagte Peter Mohr bei der Besichtigung. Einen Radweg gibt es nicht. Eigentlich müsse die Straße für Radfahrer gesperrt werden, erklärte Harm Früchtenicht. Trotzdem dient die L120 vielen Kindern als Schulweg. „Viele müssen mit dem Rad hier entlang, weil nicht genug Schulbusse fahren. Das ist unverantwortlich.“

Der Zustand der L120 ist laut Arp alles andere als ein Einzelfall. In ganz Schleswig-Holstein bestünden große Probleme mit maroden Straßen. „Gut ein Drittel der Landesstraßen ist sanierungsbedürftig. Das sind weit über 1 000 Kilometer. Eine Strecke wie von hier bis nach Italien und das im kleinen Schleswig-Holstein.“ Laut einem aktuellen Straßenzustandsbericht werden jährlich rund 36 Millionen Euro benötigt, um den Zustand der Landesstraßen auf dem heutigen Niveau zu halten. 90 Millionen wären jedes Jahr nötig, um die Straßen binnen zehn Jahren wieder auf den Zustand von 1990 zu bringen. „Im Haushalt sind aber nur 25 Millionen eingeplant – zu wenig“, erklärte Arp. Statt dessen müssten 50 bis 60 Millionen Euro in den Haushaltsberatungen nach der Sommerpause für den Erhalt der Landesstraßen bereitgestellt werden.

Eine weitere Station der Rundfahrt war die L116 zwischen Lägerdorf und Breitenburg. Sie ist seit Jahren wegen Schäden für Lastwagen gesperrt. Autofahrer dürfen die Strecke noch benutzen, müssen sich jedoch durch eine schmale künstliche Fahrbahnverengung zwängen. „Hier tut sich seit langem nichts und wir bekommen kaum Informationen, wie es weiter geht“, berichtete Jörgen Heuberger (CDU), Vorsteher des Amtes Breitenburg, den angereisten Politikern. Heiner Rickers kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Personalpolitik der Landesregierung: „Immer mehr gute Planer in den Landesbehörden gehen in die freie Wirtschaft, weil sie nicht angemessen gefördert und befördert werden.“ Dem stimmte Mark Helfrich zu: „Durch die Sparpolitik sind viele Strukturen im Straßenbau weit zurückgefahren. Da ist viel Verlässlichkeit verloren gegangen.“

„Aus der Landesregierung ist ja oft zu hören, sie wolle in Köpfe statt in Beton investieren. Das ist falsch: Wir brauchen Beton und Köpfe“, sagte Arp. Wenn das Straßennetz nicht zumindest erhalten bleibe, werde das zu massiven Problemen für die Wirtschaft führen. Mark Helfrich ergänzte: „Sonst ziehen die guten Köpfe bald weg oder stehen nur noch im Stau.“
Delf Gravert (sh:z)