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Pressemitteilung vom 04.09.13
Keine Entscheidung für Bahnanschluss
Kellinghusener hoffen und warten auf dem angekündigten Halt des "Flirt"-Zugs. Foto: sh:z
Kellinghusener hoffen und warten auf dem angekündigten Halt des "Flirt"-Zugs. Foto: sh:z
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, Gisela Tietje-Räther) Aus der Traum vom Bahnanschluss in 2015? Schon seit längerer Zeit beobachten die Kellinghusener den Fortgang der Bahnsache mit Argwohn. Ursache dafür war vor allem die Haltung in Kiel. Eine Einladung an den zuständigen Minister blieb unbeantwortet, auf klare Fragen gab es ausweichende Antworten.

Jetzt lässt die Landesregierung die Katze aus dem Sack: "Die grundsätzlich Entscheidung zur Wiederinbetriebnahme steht noch aus", heißt es auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Rickers.Vor gut einem Jahr klang das noch ganz anders: Die Bahn kommt nach Kellinghusen postulierte die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS) – ihr Glück kaum fassen konnte seinerzeit die Mehrheit der Störstädter. Die Ankündigung der LVS wurde von den allermeisten Besuchern einer eigens zu dem Thema einberufenen Einwohnerversammlung begeistert begrüßt. Schon 2015 sollten auf der alten Bahntrasse moderne Züge der NBE Nordbahn in Richtung Hamburg-Altona pendeln. Für Kellinghusen sei die angekündigte Bahnanbindung eine Riesenchance, stellte Rickers damals als Gast im Bürgerhaus fest.

Keinen Zweifel an einer schnellen Umsetzung des LVS-Planes hatte auch die SPD-Kollegin Birgit Herdejürgen. Kellinghusen habe es in der Hand, Ja oder Nein zu sagen, so die Politikern damals. Die Stadt nahm das Versprechen einer besseren Erreichbarkeit und eines Mobilitätsangebots für die gesamte Region gerne an. Ratsversammlung und Kaufmannschaft, Vereine und Verbände stellten sich einmütig hinter das Projekt. Nach der ersten von der LVS angefachten Begeisterung wurde es dann jedoch still um das groß angekündigte Infrastrukturprojekt. Während die Kommune noch brav ihre Hausaufgaben machte und in Parkflächen für den neuen Bahnhof investierte, sahen Pessimisten den Traum von der Bahn schon zerplatzen. Nicht ohne Grund, wie sich jetzt herausstellt. Nach vagen Reden, alles befände sich im "grünen Bereich" wollte Christdemokrat Rickers endlich Klarheit und stellte die Kleine Anfrage zu dem Bahnthema. Die Antwort nennt er niederschmetternd. "Eine Katastrophe für Kellinghusen."

Weitere Fragen im Papier, etwa nach Ergebnissen der Vorentwurfsplanung, der Einhaltung der bereits früher benannten Gesamtkosten von 6,3 Millionen Euro und den Emissionsgutachten werden von Regierungsseite lapidar mit dem Hinweis "siehe Antwort zu Frage 1" abgetan. Eine erste Kleine Anfrage zur Bahnfrage hatte Rickers bereits im August 2012 gestellt. Damals schien die Bahn noch mächtig unter Dampf: Die Kosten würden durch die eingesparten Betriebskosten im Rahmen der Ausschreibung Netz Mitte locker gedeckt, hieß es vom Ministerium. Die Ergebnisse für Lärm- und Emissionsgutachten würden Mitte 2013 vorliegen. "Und wie steht die LVS zu ihrem Wort, einen Regionalzug auf die vorhandene Trasse zu setzen?", fragt der Landtagsabgeordnete. Die aktuelle Antwort der Landesregierung nennt er in hohem Maße enttäuschend. Es könne nicht sein, dass ein Projekt so umfangreich angekündigt werde – sogar einen Musterfahrplan hatte die LVS herumgehen lassen – und eine ganze Region dann im Regen stehen gelassen werde. Rickers: "Es muss jetzt jemand aus der verantwortlichen Abteilung des Ministeriums nach Kellinghusen kommen, und öffentlich die Richtung vorgeben."
Gisela Tietje-Räther (sh:z)