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Pressemitteilung vom 27.03.07
Schulgesetz: Kein Anlass für überstürzte Beschlüsse
Machten bei der Information der Zuhörer gemeinsame Sache: Die Landtagsabgeordneten Heike Franzen (CDU) und Birgit Herdejürgen (SPD).
Machten bei der Information der Zuhörer gemeinsame Sache: Die Landtagsabgeordneten Heike Franzen (CDU) und Birgit Herdejürgen (SPD).
Der Andrang übertraf alle Erwartungen: Gut 130 Besucher informierten sich bei einer Veranstaltung in Wacken über die Auswirkungen des neuen Schulgesetzes. "Es gibt offensichtlich ein großes Interesse an Aufklärung", sah sich der CDU-Kreisvorsitzende Hans-Jörn Arp in der Entscheidung bestätigt, den ursprünglich als reine CDU-Veranstaltung geplanten Abend überparteilich auszurichten.

So teilten sich die Landtagsabgeordneten Heike Franzen (CDU) und Birgit Herdejürgen (SPD) in groß-koalitionärer Zusammenarbeit an Laptop und Rednerpult den Vortrag. Bei den harten Fakten spielte die politische Couleur ohnehin keine Rolle: Auf eine fast schon dramatische demografische Entwicklung - die Zahl der Geburten hat sich von 1960 bis zum Jahr 2005 nahezu halbiert -reagiert das neue schleswig-holsteinische Schulgesetz mit zwei möglichen Schulformen, die zusätzlich zu den Gymnasien eingeführt werden. Als Regelschule vorgesehen ist die Regionalschule, die Haupt- und Realschulen unter einem Dach vereint. Nach einer gemeinsamen Orientierungsstufe in den Klassen fünf und sechs trennen sich die Wege im Unterricht in Richtung auf den Haupt- oder Realschulabschluss. Auf Antrag des Schulträgers kann alternativ eine Gemeinschaftsschule eingeführt werden, bei der - in Anlehnung an die Gesamtschule - alle Schüler durchgehend gemeinschaftlich unterrichtet werden. Eine Einbindung von Gymnasialschülern ist hierbei prinzipiell möglich, hängt aber im starken Maße von den dafür benötigten Mindestschülerzahlen ab.

Während es beim Gesetzestext wenig zu interpretieren gab, setzten die Referentinnen bei der Bewertung der Schulformen durchaus parteipolitische Schwerpunkte. Heike Franzen - "Ich bin eine Anhängerin des gegliederten Schulsystems" - favorisierte klar die Kombination aus Regionalschulen und den Gymnasien, die in Zukunft in zwölf Jahren zum Abitur führen sollen. Bei einer verbesserten Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schultypen sah die CDU-Politikerin optimale Voraussetzungen für ein effektives, zeitgemäßes Schulsystem und den Erhalt der Schulen im ländlichen Raum. Birgit Herdejürgen stufte die Gemeinschaftsschule dagegen als echte Alternative ein: Bei einer integrierten Beschulung sei eine weitaus individuellere Förderung möglich, betonte die SPD-Politikerin - dazu sei auch der per Gemeinschaftsschule in 13 Jahren mögliche Weg zum Abitur ein interessantes Gegenangebot zum auf 12-Jahre gestrafften Gymnasium.

Unterschiedliche Einschätzung gab es auch bei der zu erwartenden Elternresonanz: Während Birgit Herdejürgen starken Zulauf zur Gemeinschaftsschule für wahrscheinlich hielt, ging Heike Frantzen eher vom Gegenteil aus. Sie gab zu bedenken, dass die Einführung einer Gemeinschaftsschule ein Ausweichen auf weiter entfernte Regionalschulen und Gymnasien zur Folge haben könnte - mit einem entsprechenden Kostenanstieg bei der Schülerbeförderung.

Absolute Einigkeit herrschte bei beiden Politikerinnen dagegen bei einem Rat an die Kommunalpolitiker und Schulträger: Bei einem auf mehrer Jahre abgesteckten Zeitrahmen für die Umstellung des Schulsystems gäbe es keinerlei Anlass für überstürzte Beschlüsse. Wichtig sei es, den Bedarf vor Ort, den Elternwillen und die bestehenden Chancen gründlich auszuloten - und erst dann die Entscheidung für eine zukunftsfähige Schule zu treffen.