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Pressemitteilung vom 15.01.13
Tiefe Trauer um großen Politiker
Er war der Vordenker in der Glückstädter Politik: Uwe Neumann. <i>Foto: Reimers</i>
Er war der Vordenker in der Glückstädter Politik: Uwe Neumann. Foto: Reimers
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, cr) Er war ein Ausnahmepolitiker. Uwe Neumann ist im Alter von 69 Jahren gestorben. "Ich bin tief getroffen", sagt Bürgermeister Gerhard Blasberg sichtlich erschüttert. Uwe Neumann stand ihm wie kein anderer Politiker stets mit Rat und Tat zur Seite.

Uwe Neumann hatte erst in der vergangenen Woche alle Ämter niedergelegt – für alle überraschend. Er war CDU-Fraktionsvorsitzender, zweiter stellvertretender Bürgermeister, ehemals Hauptausschussvorsitzender, jetzt in der Stellvertreterposition, er war Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke und Vorsitzender der Verbandsversammlung Stadtentwässerung. Und vor allem war die graue Eminenz im Hintergrund. Denn er schob viele Projekte an, ohne dass er sich damit öffentlich profilierte. Über die Parteigrenzen hinaus wurde seine Fachkenntnis immer gewürdigt. Und er suchte den Zusammenschluss mit anderen Politikern. "Er war eine Integrationsfigur", sagt Blasberg.

Uwe Neumann ist als Sohn eines Kapitäns zur See in Kiel aufgewachsen. Studiert hat er Ingenieurswesen in Flensburg und fuhr dann einige Jahre zur See. 1975 begann er als Direktor für Technik und Umwelt beim Glückstädter Papier herstellenden Unternehmen Steinbeis (damals noch Temming). "Er war mein Chef", erinnert sich Renate Grüttner, die als seine Sekretärin arbeitete und ihn sehr schätzte. Als sie ihm erzählte, dass sie mit ihrem Mann Heinz ein Haus baut, kam er nach Feierabend mit. Bereits einen Tag später hatte er einem Spaten dabei und half, die Erde auszuheben. Und das viele weitere Male. Das er half, sei typisch für ihn gewesen. Renate Grüttner weiß auch, dass er kochen konnte, nähen und stricken. Er wurde ein Freund. Sie war eine der ganz wenigen, die er bis auf seine Fraktionskollegen duzte. "Du sagen ist nur meiner Familie vorbehalten", sagte er einmal gegenüber unserer Zeitung.

In den 80er Jahren war Uwe Neumann bereits CDU-Stadtvertreter, bis er 1991 den Karrieresprung nach Magdeburg als Vorstand eines Energieversorgers machte. Sein Wohnsitz blieb Glückstadt, wo seine Familie lebte. Seine Ehefrau Heike starb 2003. Der Vater zweier Töchter und eines Sohnes war jetzt in zweiter Ehe mit Ingrid Grünler verheiratet.

Uwe Neumann ging es politisch in erster Linie um die Belange der Stadt. "Ein schwerer Verlust für die Stadt und für die Politik", sagt Ralf Krüger. Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende ist ersichtlich erschüttert. Als er vor zehn Jahren in die Stadtvertretung kam, war die Stimmung dort "schwierig". "Uwe Neumann hat dafür gesorgt, dass die Zusammenarbeit zwischen den Stadtvertretern gut wurde", sagt Krüger. Der Verstorbene habe den Ehrenkodex unter den Politikern entwickelt. "Das war eine Initiative, die noch in Bürgermeister Lauenroths Zeit fiel." Krüger würdigt aber nicht nur die gute überfraktionelle Zusammenarbeit und die Kompetenz Neumanns. "Ohne ihn würde es die Stadtwerke Steinburg nicht geben." Er habe viel für die Organisation getan. "Er war immer sachlich, Polemik war nicht seine Sache."

Als Neumann in den frühzeitigen Ruhestand ging, ging er wieder in die Politik. "Er hatte einen Reifeprozess gemacht", erinnert sich SPD-Stadtvertreter Dr. Sibylle Lindenberg, die sich sehr gut mit ihm verstand. "Tief erschüttert", ist CDU-Ortsvorsitzender Dr. Hans-Georg Helm. "Wir sind dankbar, dass wir die Zeit mit ihm hatten."
Christine Reimers (sh:z)