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Pressemitteilung vom 22.10.12
Bewerber stehen Rede und Antwort
Wollen für den Bundestag kandidieren: Dr. Markus Müller, Mark Helfrich und Dr. Rolf Koschorrek (von links). <i>Foto: Möller</i>
Wollen für den Bundestag kandidieren: Dr. Markus Müller, Mark Helfrich und Dr. Rolf Koschorrek (von links). Foto: Möller
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, Joachim Möller) Politik statt Bier – zur besten Frühschoppenzeit hatte der CDU-Ortsverband Itzehoe gestern Morgen die drei Bewerber um ein Bundestagsmandat zur Vorstellungsrunde geladen. Neben Dr. Rolf Koschorrek (Bad Bramstedt), der seit 2005 für die CDU im Bundestag sitzt, bewerben sich Dr. Markus Müller (Itzehoe) und Mark Helfrich (Dägeling) um das hiesige Mandat.

„Jeder kann sich jetzt selbst ein Bild machen, was die Kandidaten wollen“, begrüßte der Itzehoer Ortsvorsitzende Heinz Köhnke 40 Parteifreunde. Nach einer Einführungsrunde nutzten diese ausgiebig die Möglichkeit, die Bewerber nach ihren programmatischen Inhalten zu befragen. Die Themen reichten dabei von Energiewende und Wirtschaftspolitik über Infrastruktur bis hin zu Präsenz im Wahlkreis.

Klar wurde eines: Politisch sind die Kandidaten nicht allzu weit auseinander. Sie stehen ein für die geeintes Europa, sehen das von der Schwesterpartei CSU vorangetriebene Betreuungsgeld skeptisch und wollen die Region mit Infrastrukturmaßnahmen wie der A 20 weiter voranbringen. Allerdings setzen die drei Politiker auf andere Schwerpunkte. Dr. Markus Müller (40 Jahre, verheiratet, drei Kinder, Lehrer) legt sein Augenmerk auf Wirtschafts- und vor allem Finanzpolitik. Der konsequente Weg der Haushaltskonsolidierung müsse weitergegangen werden, damit es bei nicht zu so gravierenden Einschnitten wie in Südeuropa käme, betonte der Itzehoer Ratsherr, der in seiner Heimatstadt den Finanzausschuss leitet. Und er tritt für ein einfacheres und gerechteres Steuersystem ein. „Niemand versteht, dass der belohnt wird, der die besten Tricks kennt.“

Ein Schwerpunkt von Mark Helfrich (34 Jahre, verheiratet, Diplom-Kaufmann) ist die Wirtschaftspolitik, und hier besonders die Energiewende. Dies auch, weil er als Assistent der Geschäftsführung bei Hamburg Netz arbeitet. „Dies ist das Projekt nach der deutschen Wiedervereinigung“, betonte Helfrich, der politische Erfahrung bei der Jungen Union und im Kreistags gesammelt hat. Daneben tritt er für eine CDU ein, die verlässlich ist, aber trotzdem „wieder „ihre Ecken und Kanten“ bekommt, damit „die Bürger sehen, für was wir stehen“.

Dr. Rolf Koschorrek (56 Jahre, verheiratet, eine Tochter, Zahnarzt) hat sein Betätigungsfeld schon vor Jahren gefunden – die Gesundheitspolitik. Als Obmann seiner Fraktion kümmert er sich um das Gesundheitswesen, und „die Ergebnisse können sich sehen lassen“. Erstmals seit 40 Jahren gebe es wieder ausgeglichene Kassen. Und dass Deutschland die Wirtschaftskrise so „sensationell“ meistere, liege auch an der Politik, die das System krisenfest gemacht habe.

Dass ein Bundestagsabgeordneter wie Dr. Rolf Koschorrek überhaupt zwei Gegenkandidaten hat, liegt nicht in seiner Arbeit in Berlin begründet, sondern in seiner mangelnden Präsenz im Wahlkreis. „Ich weiß mich in Berlin gut vertreten, für mich sind Sie aber zu wenig vor Ort“, sagte unter anderem die Itzehoerin Elke-Maria Tesch. Hier gab der Abgeordnete Defizite zu, teilweise begründet sei seine Abwesenheit durch eine monatelange Krankheit. „Ich bin aber lernfähig, habe die Kritik verstanden und die Konsequenzen gezogen.“ Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass in einer sitzungsfreien Woche viele Termine in Berlin anlägen. Und er könne nicht zu jeden Termin im Wahlkreis gehen. So habe er im Januar für einen Tag elf Einladungen zum Grünkohlessen bei CDU-Ortsvereinen gehabt – und einen könne er nur annehmen. Schon zuvor hatten seine beiden Gegenkandidaten versprochen, auf die Präsenz im Wahlkreis großen Wert zu legen. „Ich will vor Ort ansprechbar sein und mich einbringen“, so Dr. Markus Müller. Mark Helfrich: „Ich will in Berlin für den Wahlkreis kämpfen und hier Präsenz zeigen.“

Thema waren auch die in der Kritik stehenden Nebentätigkeiten von Dr. Rolf Koschorrek – so als Präsident der Deutschen Freiberufler oder bei Vorträgen. Das ehrenamtliche Präsidentenamt schade nicht, sondern nütze der CDU, da erstmals ein Christdemokrat und kein Liberaler hier Präsident sei, und durch Vorträge verdiene er Geld hinzu, denn er müsse sich und seine Familie finanziell auch absichern, falls er nicht gewählt werde, entgegnete der Abgeordnete.

Die Wahl zum CDU-Bundestagskandidaten findet am Montag, 29. Oktober, im Colosseum in Wilster statt. Wahlberechtigt ist jedes CDU-Mitglied aus dem Wahlkreis, zu dem neben Steinburg auch Dithmarschen-Süd und das westliche Segeberg gehören. Notwendig ist im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, wird diese nicht erreicht, gibt es eine Stichwahl.
Joachim Möller (sh:z)