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Pressemitteilung vom 15.04.11
"Wir stellen uns der Diskussion"
Die CDU-Politiker informierten sich über die Pläne bei Holcim.
Die CDU-Politiker informierten sich über die Pläne bei Holcim.
Im Lägerdorfer Holcim-Werk sollen fossile Energieträger wie Braunkohle in Zukunft komplett durch alternative Brennstoffe, unter anderem auch Klärschlamm, ersetzt werden. Ein im Prinzip umweltfreundlicher Ansatz, der allerdings viele Anlieger beunruhigt - sie fürchten steigende Schadstoffbelastungen im Umkreis des Werkes.

Bei einem Ortstermin informierten sich die CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Jörn Arp und Heiner Rickers sowie Kreistags- und Kommunalpolitiker über die Pläne des Zementherstellers. Den Schritt von derzeit 75 Prozent alternativer Brennstoffe auf 100 Prozent sah Werksleiter Morten Holpert als richtungweisend für das Unternehmen, das aktuell noch eine Güterzug-Ladung Braunkohle pro Tag verfeuert. Hintergrund seien nicht nur rasant steigende Kohlepreise, sondern auch der Blick auf die Co2-Problematik - anders als die als "Klima-Killer" verschriene Kohle wird Klärschlamm bei der Verbrennung als Co2-neutral eingestuft. Das relativ feuchte Material lässt allerdings die Abgasmenge um rund 10 Prozent steigen. Hier will das Lägerdorfer Werk mit einer bereits installierten aufwändigen Filteranlage gegenhalten. "Es kommt der absolut neueste Stand der Technik zum Einsatz, wir sind ein Pilotprojekt für das gesamte Unternehmen", unterstrich Holpert den Einsatz penibel überwachter Filtertechnik. Damit, erläuterte der Umweltbeauftragte Torsten Krohn, werde der Schadstoffausstoß in vielen Bereichen sogar deutlich sinken. Bei Stickoxiden sei ein Rückgang um 30 Prozent zu erwarten, der Staubausstoß soll sich um die Hälfte verringern, der Anteil von Schwefeldioxid gar um 81 Prozent.

Kritisch hinterfragten die CDU-Politiker allerdings den Ausstoß an Quecksilber - hier ist eine Anhebung der Grenzwerte beantragt. "Was kommt auf die Anlieger zu, welche Belastungen wird es geben?", fragte der Landtagsabgeordnete Heiner Rickers. "Es gibt nichts zu beschönigen: Bei der Zementproduktion wird Quecksilber freigesetzt", antwortete Krohn. Verantwortlich seien allerdings erst in zweiter Linie die Brennstoffe: "Der weitaus größte Teil stammt aus unserem Ausgangsmaterial, der Kreide. Mit der Steigerung des Abgasvolumens ist zwangsläufig auch eine moderate Steigerung der zulässigen Quecksilberfracht verbunden, obwohl die einzuhaltenden Grenzwerte gleich bleiben", sagte Krohn. Ohnehin sei der beantragte Grenzwert eher zur Absicherung der Produktion gedacht: "Im Durchschnitt lag der Ausstoß bisher bei unter 50 Prozent des Grenzwertes - und dabei soll es auch in Zukunft bleiben."

Der Blick auf die Gesamtbilanz überzeugte dann auch die CDU-Politiker: "Allein, dass jeden Tag eine komplette Güterzugladung Kohle nicht mehr benötigt wird, ist in der aktuellen Klimadiskussion ein deutlicher Pluspunkt", sagte Arp und lobte auch andere Umweltbemühungen des Werkes, wie die Pläne für einen eigenen Windpark. Positiv, so Arp, sei aber auch die Informationsbereitschaft des Unternehmens: "Hier wird nichts beschönigt, alle Fakten werden bereitwillig offen gelegt." Diese Offenheit, betonte Werksleiter Morten Holpert, soll auch im Umgang mit den Anliegern Teil der Unternehmenskultur bleiben: "Wir stellen uns der Diskussion, jeder Bürger ist eingeladen, sich bei uns detailliert zu informieren."