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Pressemitteilung vom 11.12.10
CDU-Tagung: Schulgesetz korrigieren
Diskutierten das neue Schulgesetz: (von links) Hartmut Appel, Brigitte Engelbrecht, Christian von Boetticher, Marion Herdan und Radio-Moderator Andreas Otto. <i>Foto: röhrs</i>
Diskutierten das neue Schulgesetz: (von links) Hartmut Appel, Brigitte Engelbrecht, Christian von Boetticher, Marion Herdan und Radio-Moderator Andreas Otto. Foto: röhrs
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, kri) Mit der Schulreform 2007 kamen Regional- und Gemeinschaftsschulen und das Turbo-Abi nach acht Jahren. Mit Beginn des Schuljahres 2011/12 kommt nun die Reform der Reform.

"Bei der Umsetzung ist viel falsch gelaufen", räumte Dr. Christian von Boetticher, Landesvorsitzender der CDU Schleswig-Holstein ein. Ruhe wird deshalb sobald nicht in das Schulsystem einkehren. Korrekturen seien notwendig und die wollen die Christdemokraten nicht im Alleingang umsetzen, sondern sich im Dialog mit den Bürgern Anregungen holen. Deshalb tourt der CDU-Landeschef derzeit unter der Überschrift "Bildungslandschaft Schleswig-Holstein. Perspektiven für unsere Kinder" durch das Land. Auf der Regionalkonferenz in der Grund- und Gemeinschaftsschule Schenefeld standen die Themen Lehrer-Ausbildung, freie Schulwahl und die Situation an den Grundschulen im Mittelpunkt der Diskussion. Etwa 40 Zuhörer waren gekommen, um sich aus erster Hand über das neue Schulgesetz zu informieren.

Die Strukturen des geltenden Schulgesetzes haben sich mittlerweile etabliert. Das war mehrfach zu hören. Trotzdem müssen Neuerungen her, machte Marion Herdan, CDU-Mitglied des Kieler Bildungsausschusses in Bezug auf G8 klar. "In der Profiloberstufe brauchen wir Verbesserungen: mehr Wahlmöglichkeiten und ein Abiturfach weniger." Das Turbo-Abi sei dennoch eine richtige Entscheidung gewesen. "G8 ist das Gymnasium der Zukunft." In diesem Punkt decken sich Politik und Schul-Alltag wie Hartmut Appel, Schulleiter des Detlefsengymnasiums bestätigte. "G8 war die einzig richtige Entscheidung, G9 wird sich tot laufen." Der damit verbundene Ganztagsunterricht sieht er als Chance, Kindern kulturelle und sportliche Anregungen mit auf den Weg zu geben. "Die Schule ist der beste Ort dafür." Dort sei eine gute Betreuung der Schüler gewährleistet. "Dafür muss aber auch in Ausstattung und Personal investiert werden."

Gutes Personal – das Thema wurde lebhaft diskutiert. Von Boetticher und das Publikum waren sich einig, dass sich die Lehrer-Ausbildung nicht allein an Noten orientieren solle, sondern auch andere Qualifikationen wie pädagogische Fähigkeiten berücksichtigt werden sollten. Die Christdemokraten versprachen, das im neuen Lehrerbildungsgesetz zu berücksichtigen.

Als "riesigen Fehler" bezeichnete von Boetticher die Schließung der Förderschulen. "Jetzt müssen wir ein extrem breites Spektrum an Schülern betreuen", beklagte eine Grundschullehrerin. Von Boetticher gab ihr Recht: "Da müssen wir ran." Für Unmut sorgte auch die freie Schulwahl – "der Tod für den ländlichen Raum", wie Rehers Bürgermeister Wilhelm Voß erklärte. Die Gemeinde ist Mitglied des Schulverbandes Schenefeld, aber nur 37 der 90 Reher Schüler gehen auch in Schenefeld zur Schule. Der Rest lernt in Hohenwestedt. "Das kostet die Gemeinde erheblich." Ärgerlich sei auch, dass die Einrichtung einer Oberstufe an der Gemeinschaftsschule Kellinghusen abgelehnt wird, aber in Hohenwestedt ein neues Gymnasium gebaut wurde, kritisierte Brigitte Engelbrecht, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion. Forderungen nach alten Schulgebietszuweisungen wurden laut. "Das ist nicht mehr machbar", machte von Boetticher deutlich. Stattdessen solle ein ganz neues System her. Die freie Schulwahl stelle Kommunen zudem vor Kalkulationsschwierigkeiten, so Voß. Der Kreis investiere deshalb viel Geld in den Schulentwicklungsplan, um Leerstände zu vermeiden, informierte Engelbrecht.

Gymnasien werden so schnell nicht leer stehen, es herrsche "ein Run" auf diese Schulen, informierte von Boetticher. Hintergrund: Viele Eltern fürchten, dass ihre Sprösslinge ohne Abitur in der Tasche keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. "Das ist falsch. Wichtig ist, dass Durchlässigkeit gewährleistet ist." Die Schüler sollen bei der Differenzierung – bei der die Regional- und Gemeinschaftsschulen künftig mehr Handlungsspielraum gelassen werden soll – nicht in Schubladen gesteckt werden, sondern die Chance auf einen höheren Bildungsabschluss haben.

Die Regionalkonferenz war eine von landesweiten 15 Veranstaltungen. Die Anregungen werden in einen Antrag für einen Landesausschuss eingehen.
kri (sh:z)