CDU-Kreisgeschäftsstelle - Peter Labendowicz
Poststraße 14 - 25524 Itzehoe
Tel.: 04821 - 2153 - Fax: 04821 - 2155
Email: info@cdu-steinburg.de www.cdu-steinburg.de


 
Pressemitteilung vom 30.10.10
Elbtunnel: Mehr Druck in Berlin machen
Will für die wirtschaftliche Entwicklung der Region endlich die A20 und den Elbtunnel bei Glückstadt: Hans-Jörn Arp. <i>Foto: Helm</i>
Will für die wirtschaftliche Entwicklung der Region endlich die A20 und den Elbtunnel bei Glückstadt: Hans-Jörn Arp. Foto: Helm
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, Christine Reimers) Der Druck auf die Politik in Berlin muss wachsen, damit die A20 und der Elbtunnel bei Glückstadt gebaut werden. Darin waren sich die Diskussionsteilnehmer einig. Die CDU Glückstadt hatte zum Thema "Wirtschaftliche Perspektiven und Entwicklung an der Elbe" eingeladen.

Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Ausführungen von Dr. Wolfgang Peiner (67), Finanzsenator a.D aus Hamburg, Dr. Hans-Jürgen Hett (63) von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft egeb, vom CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Jörn Arp (58) und dem Glückstädter CDU-Ortschef Dr. Hans-Georg Helm (54). Die Veranstaltung wurde moderiert von Martin Meiners.

Arp betonte: "Ich bin ungeduldig, ich will die A20. Wir brauchen mehr Druck gegenüber Berlin." Es sei diesbezüglich leider nicht gelungen, gemeinsam mit Hamburg in der Hauptstadt aufzutreten. Eine Milliarde Euro würde der Bau des Elbtunnels kosten, im Berliner Haushalt stünden für Deutschland aber nur vier Milliarden jährlich zur Verfügung. Die Frage sei: "Wie kommen wir an die Milliarde heran?"

Arp bedauerte: "Wir sind von einer gut ausgebauten Infrastruktur weit entfernt." Klar sei: Gibt es den Tunnel, würden die Flächen in Glückstadt für die wirtschaftliche Entwicklung nicht mehr ausreichen. "Dann hat Glückstadt eine Schlüsselposition." Auch rechnet Arp damit, dass das Planfeststellungsverfahren zur A20 neu aufgearbeitet werden muss. "Es gibt im Bereich zwischen Kollmar und Hohenfelde 400 Einwendungen", erklärte er zum Verfahrensstand. Und: die Wirtschaftsförderung dürfe nicht an den Grenzen Schleswig-Holsteins aufhören. In China etwas von Glückstadt zu erzählen, mache keinen Sinn. Wohl aber, über den "Port of Hamburg" zu sprechen.

Dr. Hans-Georg Helm hatte ausgerechnet, dass in den vergangenen 40 Jahren rund 4500 Arbeitsplätze in Glückstadt weggefallen sind. Trotzdem sei die Einwohnerzahl stabil geblieben. Die Wirtschaftskooperation zwischen den Häfen wertete er als Aufbruchsignal. Hoffnung legte auch der Ortsvorsitzende in den Bau der A20. "Wir müssen Flächen bereitstellen." Das würde in Glückstadt Arbeitsplätze schaffen und Kaufkraft bringen. "Wir müssen mehr nerven", sagte er ihn Bezug auf den Bau des Tunnels. Zur wirtschaftlichen Entwicklung wünschte er sich künftig schnelleres Handeln der Behörden.

Auch Dr. Wolfgang Peiner hatte Zahlen mitgebracht. Rund 200 000 Pendler fahren nach Hamburg, davon würden 10 000 aus dem Kreis Steinburg kommen. "Hamburg kann nicht ohne das Umland, das Umland kann nicht ohne Hamburg." Auch sei die Hansestadt bezüglich der Energie abhängig vom Umland. Wirtschaftliche Chancen sah der Ex-Senator im Bau des Elbtunnels, aber auch in der Elbvertiefung und bei einer schnelleren Bahnanbindung. Auch er betonte, dass es gemeinsame Angebote geben müsse. Die Vermarktung müsse über die Metropolregion gehen.

In Bezug auf den Elbetunnel sah er die "Jahrhundertchance", die Regionen Schleswig-Holsteins, Niedersachsens und Hamburg zu verbinden. "Wir in Hamburg sind für den Wettbewerb bereit." Zudem betonte er, dass die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein so gut sei wie noch nie. Anders sei dies mit Niedersachsen. Dort gebe es zu unterschiedliche Regionen – er erinnerte an das katholische Münsterland. "Die Niedersachsen müssen zu sehr erst ihre eigenen Interessen auf einen Nenner bringen."

Dr. Peiner sprach zudem von der Schwäche des Nordens und der Stärke der Bayern. Dies müsse sich durch politischen Druck ändern. "Wir brauchen mehr Selbstbewusstsein." Dr. Hans-Jürgen Hett sprach sich für ein gemeinsames Marketing mit Hamburg aus: "Für die Metropolregion. Gemeinsam sind wir stärker." Und eines hat er beobachtet. Japanische Unternehmen hätten Interesse, in Deutschland zu investieren. "Hier müssen wir aktiv werden." Und er gab den Tipp, mit den "Pfunden Matjes und Kultur" zu wuchern. "Holt die Hamburger aus ihrer Stadt heraus, damit sie einen Blick bekommen für interessante Wirtschaftsstandorte."
Christine Reimers (sh:z)