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Pressemitteilung vom 12.02.10
Energiepolitik: Subventionen mit Augenmaß gefordert
Angeregte Diskussion zur Energiepolitik: Peter Mohr, Dr. Rolf Koschorrek und Heiner Rickers (v.l.).
Angeregte Diskussion zur Energiepolitik: Peter Mohr, Dr. Rolf Koschorrek und Heiner Rickers (v.l.).
Erneuerbare Energien sind stark im Aufwind - doch können sie auf absehbare Zeit auch die von Haushalten und Wirtschaft benötigte ständig verfügbare Grundlast liefern? Über die Energiepolitik der Bundesregierung diskutierte der Bundestagsabgeordnete Dr. Rolf Koschorrek (CDU) bei einer Veranstaltung der Borsflether Christdemokraten.

Angesichts der fehlenden Speichermöglichkeiten für Solar- und Windstrom sah Koschorrek derzeit keine Möglichkeit, auf die bewährten Energieträger zu verzichten. "Es macht volkswirtschaftlich überhaupt keinen Sinn, funktionierende, sichere Kernkraftwerke vorzeitig abzuschalten", sprach sich der CDU-Politiker für eine Laufzeitverlängerung unter strengen Sicherheitsauflagen aus. Im Energiemix, der laut Koalitionsvertrag versorgungssicher, wirtschaftlich und umweltfreundlich sein soll, hätten die erneuerbaren Energien aber selbstverständlich eine zunehmende Bedeutung, betonte Koschorrek. Neben den Umweltaspekten des Öko-Stroms sei die Branche längst auch ein wichtiger Wirtschaftszweig auf Wachstumskurs.

Eine Folgeerscheinung dieses rasanten Wachstums interessierte insbesondere die anwesenden Landwirte - aufgrund des gewaltigen Booms von Photovoltaikanlagen soll die Subventionierung des Sonnenstroms deutlich abgesenkt werden. "Subventionen machen nur Sinn, solange eine Technik im Aufbau ist - im Solarbereich gibt es bei stark fallenden Anlagenpreisen inzwischen eine klare Überförderung", sagte Koschorrek und warnte vor schwindender Akzeptanz in der Bevölkerung: "Die Subventionierung des Solarstroms bedeutet einen Aufschlag auf die Stromrechnung - und der ist für jeden einzelnen Bürger inzwischen deutlich spürbar." Kaum vermittelbar seien aber auch Auswüchse wie riesige Freiland-Solarparks oder gewaltige Hallen und Ställe, die von den Bauherren vorrangig als Stellfläche für Solar-Paneele geplant würden. "Es gibt Gebäude, die - vorsichtig gesagt - nicht unbedingt ihrem eigentlichen Zweck entsprechen", stimmte ihm der Landtagsabgeordnete Heiner Rickers (CDU) zu: "Diese Fehlentwicklung durch Subventionen muss gestoppt werden."

Bei klar zweckentfremdeten Bauten und Nutzung von landwirtschaftlicher Produktionsfläche für Solarparks zog auch Peter Lüschow eine klare Grenze. Wichtig, betonte der Vorsitzende des Steinburger Bauernverbandes, sei es aber auch, die sinnvolle Nutzung der Photovoltaik als Standbein für Landwirte nicht zu gefährden. Eine schrittweise Reduzierung der Subventionen könne dank der fallenden Anlagenpreise durchaus aufgefangen werden, sagte Lüchow - bei der Größe der Schritte sei aber Augenmaß gefordert. Entscheidend, ergänzte Borsfleths Bürgermeister Peter Mohr, sei nicht zuletzt auch die Planungssicherheit: "Wir brauchen einen gewissen Vorlauf. Wer heute eine Photovoltaikanlage plant und installiert, muss wissen, was ihn erwartet."

Diese Anliegen versprach Koschorrek in die anstehenden parlamentarischen Beratungen einzubringen: "Lassen sie uns zu diesem Thema in Kontakt bleiben - Beispiele aus der Praxis sind in der Diskussion die besten Argumente."