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Pressemitteilung vom 07.08.09
Mehr Windkraftanlagen in Grevenkop?
Mit Windkraft einen Schritt in die Zukunft: Hans Joachim Gründel, Dr. Hans-Georg Helm, Reimer Detjens, Karin Hanssen, Hans-Jörn Arp, Otto Schröder und Albert Magens (von links) wollen die Erweiterung des Bürger-Windparks in Grevenkop. <I>Foto: Röhrs</i>
Mit Windkraft einen Schritt in die Zukunft: Hans Joachim Gründel, Dr. Hans-Georg Helm, Reimer Detjens, Karin Hanssen, Hans-Jörn Arp, Otto Schröder und Albert Magens (von links) wollen die Erweiterung des Bürger-Windparks in Grevenkop. Foto: Röhrs
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, Kristina Röhrs) Grevenkop und Kreis-CDU sind sich einig: Der Windpark soll erweitert werden. Nach Vorgaben des Landes kein Problem, das Kreis-Bauamt sieht die Sache aber anders.

Windkraft ja, aber wo? Darüber wird zurzeit noch heftig diskutiert. In ganz Schleswig-Holstein soll die Fläche für Windkraft von 0,85 Prozent auf ein Prozent aufgestockt werden. Dafür erstellen die Kreise entsprechende Entwürfe, wo weitere Windparks entstehen bzw. ausgebaut werden könnten. Im Falle Grevenkop stößt der Entwurf allerdings auf wenig Gegenliebe: „Das vom Kreis Steinburg erstellte Windkataster ist zu einseitig, der Windpark in Grevenkop schneidet zu schlecht ab“, kritisierte Dr. Hans-Georg Helm vom Arbeitskreis Wirtschaft des CDU-Kreisverbandes bei einem Gespräch mit Gemeindevertretern und dem Geschäftsführer des Bürger Windparks.

Die Gemeinde will den bestehenden Bürger-Windpark erweitern. „Nach den neuen Richtlinien des Kreises wäre das aber nicht möglich“, erklärte Bürgermeisterin Karin Hanssen. Der Abstand zur dörflichen Wohnbebauung habe 500 Meter zu betragen. „Der Kreis sieht aber 1000 Meter vor.“ Die Kriterien sind willkürlich, so Helm, aber noch nicht verabschiedet, wie er betonte. „Da ist noch jede Menge Luft drin.“

„Für die CDU-Fraktion im Kreistag ist eines ganz klar: bestehende Windkraftanlagen erhalten Bestandsschluss, existierenden Windkraftanlagen muss eine realistische Erweiterungsmöglichkeit gegeben werden“, so Helm. In Grevenkop stehen derzeit zwölf Anlagen, der Windpark soll in Richtung Neuenbrook erweitert werden. Um wie viele und in welcher Größe ist noch nicht klar. „Wir haben eine Fläche beantragt, die nach Vorgaben des Landes möglich wäre, unabhängig vom Kreis“, berichtete Albert Magens, Geschäftsführer der Windpark GmbH in Grevenkop. „Wenn der Kreis aber eigenständig andere Richtlinien setzt, kann man sich nicht darauf einstellen.“

„Akzeptanz in der Bevölkerung und Infrastruktur sind ist bereits da“, betonte Hans-Jörn Arp, Kreisvorsitzender der CDU. Für einen Windpark neue Infrastruktur anzulegen, wäre ohne wirtschaftlichen Effekt“, so Helm, stattdessen sollten bestehende Kapazitäten genutzt werden. Vor allem Bürger-Windparks finden Zuspruch. Der Park wird dann nicht von fremden Fonds-Gesellschaften betrieben, sondern alle Beteiligten sind aus der Region. „Ein wichtiges Standbein und Einkommen“, sagt e Karin Hanssen. Auch die Nachbargemeinden wollen die Grevenkoper nicht außen vor lassen. „Wir sind offen für konstruktive Gespräche.“

Walter Eggersglüß, Energieberater bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, regte an, die Nachbarn auch mit ins Boot zu nehmen. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, wenn sich Nachbargemeinden an ein oder zwei Windkraftanlagen beteiligen.“

Das Bauamt des Kreises hat allerdings nicht nur den Windpark im Blick, sondern bezieht die künftige Entwicklung der Region ein. „Ein Abstand von 1000 Metern muss sein, damit sich Siedlungen erweitern können, sonst ist keine bauliche Entwicklung für die nächsten 20 bis 30 Jahre möglich“, unterstreicht Kreis-Bauamtsleiterin Ute Spieler. Wenn eine Gemeinde Entsprechendes plant, sollte sie dies jetzt „tunlichst mitteilen“. Auch die Höhe der geplanten Anlagen spiele eine Rolle. „Bis zu 100 Meter hohe Anlagen werden kaum noch gebaut“, weiß Ute Spieler. Die Tendenz gehe zu höheren Windkraftanlagen „und die erfordern größere Abstände“.

Die Stellungnahmen der Gemeinden und beteiligten Ämter und Behörden werden Mitte September ausgewertet, die Karte zur Ausweisung von Windflächen nochmal überarbeitet. Der Entwurf geht dann an die Landesplanung, für die Teilfortschreibung der Regionalplanung. Anfang 2010 gehen die Teilentwürfe des Landes noch einmal an Kreise und Gemeinden, die dann nochmals Stellung nehmen können.
Kristina Röhrs (sh:z)