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Pressemitteilung vom 12.01.09
Unterstützung für niedergelassene Ärzte
Die Honorarreform, die eigentlich das Einkommen deutlich verbessern sollte, lässt Schleswig-Holsteins Ärzte auf die Barrikaden gehen: Viele Mediziner erwarten - zum Teil drastische - Umsatzeinbußen. Bei einem Gespräch mit niedergelassenen Kassenärzten aus seinem Wahlkreis suchte der Bundestagsabgeordnete Dr. Rolf Koschorrek nach den Schwachstellen im komplizierten Abrechnungssystem.

Die von den Ärzten am Beispiel der eigenen Praxen vorgelegten Umsatzprognosen zeigten ein alarmierendes Bild. Befürchtet werden Einbrüche bis zu 40 Prozent, erste Personalentlassungen sind geplant - manchem niedergelassenen Mediziner droht die Insolvenz. Stark betroffen, machte der Dithmarscher Allgemeinarzt Burkhard Sawade deutlich, sind vor allem ländliche Praxen mit großem Patientenstamm. "Gerade die Leistungserbringer unter den klassischen Landarztpraxen, die mit großer medizinischer Bandbreite ein weites Einzugsgebiet versorgen, trifft es besonders hart", sagte Sawade.

In der Verantwortung für die fragwürdige Verteilung des - durch die Reform um stattliche 58 Millionen Euro gestiegenen - schleswig-holsteinischen Etats sahen die Mediziner nicht zuletzt den eigentlich löblichen Sparkurs ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. Über Jahre hinweg seien in Schleswig-Holstein, stärker als in anderen Bundesländern, Honorare und Leistungen gedeckelt worden. Dieser - im Prinzip vorbildliche - Ansatz scheint sich bei der bundesweiten Vereinheitlichung des Systems als Bumerang zu erweisen: Die durch die Deckelung nach unten gedrückten Zahlen bilden nun die Grundlage für künftige Honorarberechnungen.

"Wir dürfen unsere immer noch hervorragende ärztliche Versorgung nicht verspielen", zeigte sich Koschorrek von der Not der Mediziner beeindruckt und versprach Unterstützung: "Ich werde mich wo es nur geht für Sie einsetzen." Wichtig, um die Schwachpunkte im komplizierten Zusammenspiel zwischen gesetzlicher Vorgabe und der regionalen Umsetzung aufzuspüren, sei dabei vor allem die direkte Rückmeldung der Betroffenen. "Wenn etwas schief läuft, lässt sich das am wirkungsvollsten mit ganz konkreten Einzelfällen belegen", sagte Koschorrek und rief die Mediziner zur Zusammenarbeit auf: "Schicken Sie mir eine kurze Zusammenfassung der Auswirkungen für ihre Praxis. Nur mit solchen Beispielen lassen sich Fehlentwicklungen deutlich machen."

Den Widerspruch zwischen einer Reform, die deutlich mehr Geld ins System bringt und den Nöten vieler schleswig-holsteinischer Ärzte sah der CDU-Politiker dabei aber auch als Indiz für die grundlegenden Fehler des Systems: "An erster Stelle muss jetzt natürlich schnelle Hilfe für unsere in ihrer Existenz bedrohten niedergelassenen Mediziner stehen", sagte Koschorrek: "Gleichzeitig wird aber wieder einmal deutlich, dass auf lange Sicht kein Weg an einer konsequenten Verschlankung und Vereinfachung des gesamten Gesundheitssystems vorbei führt."