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Pressemitteilung vom 29.11.06
CDU-Chefs fegen die Kreisgrenze weg
Ein Bild von historischer Bedeutung? Reinhold Wenzlaff und Michael Hirsekorn fegen die Kreisgrenze weg. Foto: Mehmel
Ein Bild von historischer Bedeutung? Reinhold Wenzlaff und Michael Hirsekorn fegen die Kreisgrenze weg. Foto: Mehmel
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, Volker Mehmel) Der Ort hat Symbolkraft: Auf dem genau zwischen den Landkreisen Steinburg und Pinneberg verlaufenden Grenzweg in der Gemeinde Horst fegten die Vorsitzenden der jeweiligen CDU-Kreistagsfraktionen gestern die Kreisgrenze weg.

Der Arbeitseinsatz von Reinhold Wenzlaff und seinem Pinneberger Kollegen Michael Hirsekorn bildet den Auftakt für einen Schulterschluss, an dessen Ende die Fusion der beiden Landkreise stehen soll. Für die Kreistagssitzung am 15. Dezember kündigte Wenzlaff einen Antrag zur Bildung gemeinsamer Arbeitsgruppen an. Vertreter der Verwaltung und aller in den jeweiligen Kreistagen vertretenen Fraktionen bekommen den konkreten Prüfauftrag, Voraussetzungen und Bedingungen für ein freiwilliges Zusammengehen zu untersuchen. Ganz oben soll dabei die Frage stehen, ob eine Fusion am Ende auch wirtschaftlich Sinn macht. "Es geht hier um ein langfristiges Konzept", machte Wenzlaff deutlich, dass der Zeitplan derzeit noch völlig offen sei.

Gleichzeitig wollen die Steinburger die Türen für den westlichen Nachbarkreis Dithmarschen offen halten, während die Pinneberger die Fühler nach Segeberg ausgestreckt lassen. Neben vielen Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Steinburg und Pinneberg allerdings auch diverse Knackpunkte. Wenzlaff macht einen Verwaltungssitz in Itzehoe zur Bedingung, Hirsekorn will die Standortentscheidung für eine gemeinsame Behörde erst am Ende der Gespräche treffen. Für Zündstoff dürfte auch die höchst unterschiedliche finanzielle Ausgangslage sorgen. Pinneberg hat einen Schuldenberg von rund 100 Millionen Euro aufgehäuft, Steinburg nur knapp 24 Millionen.

Hirsekorn räumt ein: "Wir haben einige Leichen im Keller" - zum Beispiel die in Schieflage geratetene Wirtschaftsförderungsgesellschaft WEB. Stolpersteine bilden auch die unterschiedlichen Kreisumlagen für die 113 Steinburger und die 49 Pinneberger Städte und Gemeinden: Hier sind es 33 Prozent, da 38,75 Prozent. Auch knapp 1000 Mitarbeiter in den Verwaltungen müssen unter einen Hut gebracht werden. Am Ende - das jedenfalls schloss Reinhold Wenzlaff nicht aus - könnte ein Handel stehen: Steinburg trägt Pinneberger Lasten mit, im Gegenzug bleiben die Verwaltungsjobs im strukturschwachen Itzehoe. "Uns geht es jetzt auch darum, den Menschen die Ängste zu nehmen", weiß der CDU-Sprecher, dass in den nächsten Monaten viel psychologisches Geschick gefragt ist. Ohnehin, davon ist er jedenfalls überzeugt, würden die Menschen auch weiterhin in den Genuss gewohnter Dienstleistungen kommen. "Entscheidend ist doch, dass die dörfliche Identität erhalten bleibt."
Volker Mehmel (sh:z)

Gemeinsamkeiten
Schon heute arbeiten die beiden Unterelbe-Landkreise Steinburg und Pinneberg in vielen Bereichen eng zusammen. Gemeinsam wird zum Beispiel eine Rettungsleitstelle in Elmshorn betrieben. Eine enge Kooperation - hier zusammen mit Dithmarschen - besteht auch in der Abfallwirtschaft. Steinburgs Müll landet nach der Schließung der eigenen Deponie in Ecklak in der Tornescher Verbrennungsanlage. Auch in der Tourismusförderung ziehen beide Kreise inzwischen an einem Strang. Gemeinsame Interessen sehen die Christdemokraten auch innerhalb der Metropolregion Hamburg - hier ganz bewusst auch gegenüber den Belangen der Hansestadt. Starke Pendlerströme aus Steinburg in Richtung Osten kommen hinzu. Für die nahe Zukunft ergibt sich ferner ein enges Zusammenspiel bei der Haushaltsverwaltung und bei der Einführung des so genannten Geoinformationssystems. Aus europäischer Sicht bilden die beiden Kreise zusammen mit Dithmarschen und Segeberg eine große Förderregion.